Erstellt am 17. September 2015, 09:07

von Walter Fahrnberger

Persenbeug: Transitlager ist vom Tisch. Flüchtlingsströme haben sich verlagert. Notquartier in den Hallen von IQ-Möbel nicht mehr nötig. Über 400 Personen bei Info-Veranstaltung.

 |  NOEN, Walter Fahrnberger

Das seit Montag viel diskutierte Transitlager für Flüchtlinge in Persenbeug (

) kommt nicht. Das hat Bürgermeister Manfred Mitmasser gleich zu Beginn der Info-Veranstaltung Mittwochabend im Gasthof Böhm verlautbart.

Nachdem sich die Flüchtlingsströme in den Süden Österreichs verlagert haben, ist das Notquartier in den verwaisten Hallen von IQ-Möbel nicht mehr nötig. 300 Flüchtlinge hätten dort vorübergehend versorgt werden sollen.

Gemeinde will klare Regeln

Aber auch ohne dieser veränderten Situation wäre das Quartier wohl nicht zustande gekommen. Um Anzahl der Flüchtlinge und Verweildauer vertraglich zu beschränken, hatte die Gemeinde darauf gepocht, dass sie den Vertrag mit den Bund abschließen würde. Dafür hätte Hallen-Eigentümer Franz Sonnleitner sein Einverständnis geben müssen, was er nicht tat.

„Wenn wir nicht Vertragspartner sind, haben wir absolut kein Mitspracherecht. Verändert sich die Lage, würden in einer Notsituation vielleicht viel mehr Flüchtlinge kommen“, betont Mitmasser. „Ohne klare Regeln kommt ein Transitlager weder jetzt noch später infrage“, ergänzte Christa Kranzl.

Teilweise sehr emotionale Diskussion

Obwohl diese Meldung am Beginn des Abends für Entspannung sorgte, wurde die Diskussion teilweise sehr emotional geführt. Im mit über 400 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllten Veranstaltungssaal, hatten sich die Lager von Befürwortern und Gegnern der Flüchtlingshilfe in Szene gesetzt.

Einige von ihnen trafen dabei – gelinde gesagt – nicht immer den richtigen Ton. Sogar der Vertreter des Roten Kreuzes, Hannes Haberfellner, wurde verbal attackiert.

Berechtigte Ängste wurden aber ebenso angesprochen wie Unverständnis über die mangelnde Hilfsbereitschaft.

Zu guter Letzt wurde jedoch entschieden, dass Persenbeug seine „Asylquote“ von 1,5 Prozent erfüllen will. Die Suche nach Quartiere für rund 30 Asylwerber, die im Ort integriert werden sollen hat bereits begonnen.

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