Pöchlarn

Erstellt am 10. August 2016, 04:00

von Leopold Rank

Glaubensstätte: "Keine Bauanzeige für Sanierung nötig“. Das ehemalige „Stifsohnhaus“ wird in ein islamisches Gebetshaus umgebaut. Pöchlarner vermuten: Ohne Baugenehmigung.

Die Sanierung des Hauses in der Wienerstraße steht derzeit still. Österreichisch-islamischer Verein will friedliches Miteinander.  |  Rank

Der Verein „Österreichisch-türkische Kultur- und Sportgemeinschaft“ mit Sitz in Pöchlarn hat das ehemalige „Stifsohnhaus“ in der Wienerstraße ersteigert. Hier wird nun ein Gebetshaus errichtet. „Der Verein ist ordnungsgemäß im Vereinsregister eingetragen und besteht seit 2010“, bestätigte Gottfried Hagel von der Bezirkshauptmannschaft Melk.

Die Pöchlarner hegen jedoch Vorurteile gegen diese Sanierung. Zuletzt wurde eine Dachdeckerfirma beauftragt, die Sanierung des Daches vorzunehmen. Dabei wurden bei einer Kontrolle durch die Finanzpolizei ausländische Arbeiter ohne Beschäftigungsbewilligung angetroffen.

Nun steht die Baustelle vorerst einmal still. Gerüchte, dass ohne Baugenehmigung vorgegangen wird, widerlegt Bürgermeister Franz Heisler: „Vor Inbetriebnahme der Sanierung dieses Hauses hat der Obmann dieses Vereines bei mir vorgesprochen und hat sich über die erforderlichen Baugenehmigungen erkundigt. Nach Information des Bausachverständigen der NÖ Landesregierung ist bei Sanierungsarbeiten weder eine Baugenehmigung noch eine Bauanzeige erforderlich.“

Auch seitens der Anrainer, der Familie Schauberger, gibt es keine Bedenken. Die Vereinsvertreter seien sehr kooperativ und zuvorkommend. „Die Bevölkerung braucht keine Angst zu haben, dass es dadurch zur großen Ansammlung von Gläubigen kommt. Da in dem Verein nur Personen von Pöchlarn und Umgebung vertreten sind“, beruhigt ein Vereinsmitglied.