Mank

Erstellt am 31. August 2016, 05:00

von Christian Eplinger

Vorstrafen wurden nun zum Verhängnis. 30-Jähriger aus der Manker Region soll seine Scheibbser Freundin geschlagen haben. 25 Monate Gefängnis. Nicht rechtskräftig.

 |  NOEN, BilderBox.com (BilderBox - Erwin Wodicka)

Reuig sitzt ein 30-jähriger Mann aus der Region Mank vor Bezirksrichter Oliver Baumschlager. „Ja, ich bin sicher nicht unschuldig, aber alle diese Vorwürfe stimmen nicht. Ich bitte daher, dass Sie sich ein eigenes Bild machen und entsprechend urteilen“, sagt der Angeklagte in seinem Schlussplädoyer.

Lebensgefährtin geschlagen

Dennoch: Der Richter spricht den 30-Jährigen der Körperverletzung für schuldig. Er soll im Februar dieses Jahres zwei Mal seine 27-jährige Scheibbser Lebensgefährtin in deren Scheibbser Wohnung geschlagen haben, weil sie ihn angeblich betrogen hätte.

Der Angeklagte habe sie nach Streitgesprächen ins Gesicht geschlagen, gewürgt, zur Wand und auf den Boden gedrückt, gab die Lebensgefährtin bei der Polizei an, als sie Ende Februar Anzeige erstattete. Eine Aussage, die sie wenige Tage später wieder widerrufen hatte, um sie zwei Wochen danach erneut zu bestätigen. Die Folge: Sie wurde beim Landesgericht St. Pölten selbst wegen falscher Beweisaussage und Verleumdung verurteilt.

Sieben Vorstrafen

Vor Bezirksrichter Baumschlager enthält sie sich der Aussage, denn seit drei Monaten ist sie wieder mit dem Angeklagten ein Paar. Trotzdem glaubt der Richter den vorliegenden Krankenhaus-, Polizei- und Prozessprotokollen. „Der Paragraf 83 – Körperverletzung – ist erfüllt“, verurteilt Baumschlager den 30-Jährigen zu vier Monaten Freiheitsstrafe.

Mit ausschlaggebend dabei waren auch die sieben Vorstrafen des Mannes, vier davon einschlägig wegen Körperverletzung. Daraus resultieren auch noch 21 offene Monate bedingter Freiheitsstrafe, die Bezirksrichter Baumschlager ebenfalls widerruft.

Der Angeklagte meldet sofort Berufung an. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.