Erstellt am 09. Juni 2016, 04:05

von Anna Faltner

Rehnachwuchs im örtlichen Nähladen. Familie Reithner aus Marbach versorgt seit Kurzem die zwei Rehkitze „Marlene“ & „Gustl“.

Sabine Reithner versorgt die beiden Rehkitze "Marlene" und "Gustl" fast rund um die Uhr. Wenn nicht zuhause, dann auch in ihrem Nähladen in Marbach.  |  NOEN, Karl Satzinger

Seit Kurzem gibt es im Nähladen „Sabines modische Masche“ eine ganz besondere Attraktion: Die Inhaberin Sabine Reithner verpflegt bei sich zuhause und auch im Geschäft die Rehkitze „Marlene“ und „Gustl“.

Die Mutter der Jungtiere starb bei einer Kollision mit einem Pkw. Jäger Josef Reithner fand die beiden Kitze – die nur wenige Tage alt waren – einen Tag später im Unterwuchs. Nach kurzer Besprechung erklärte sich seine Gattin Sabine dazu bereit, „Marlene“ und „Gustl“ aufzuziehen.

"Sie hätten nicht überlebt"

„Wenn sich niemand um die beiden gekümmert hätte, dann hätten sie nicht überlebt“, begründet die Familie ihre Entscheidung. Gemeinsam mit Tochter Verena, Sohn Thomas und ihren Nachbarn erstellte Sabine Reithner einen Schichtdienstplan. Immerhin müssen die Tiere alle zwei bis drei Stunden gefüttert werden. Im Notfall dürfen die Kitze mit in den Nähladen – natürlich zur Freude aller Freunde und Bekannten.

Derzeit schlafen die Rehkitze noch im Haus der Familie. Gefüttert werden sie regelmäßig mit Milch aus der Flasche. Auslauf finden sie aber auch im eigens eingezäunten Gehege (150m²). „Wir machen das Gehege einfach auf, wenn sie größer sind. Wenn sie gehen, dann gehen sie. Wenn nicht, haben wir auch nichts dagegen“, erklärt Tochter Verena Reithner.