Erstellt am 29. September 2015, 20:12

von Walter Fahrnberger

Requiem für Pater Adolf am Dienstag. Am Dienstag (29. September) findet in der Melker Stiftskirche das feierliche Requiem mit Verabschiedung von Pater Adolf Marker statt. Mit einem "Lichtermeer" verabschiedete sich in der Vorwoche die Bevölkerung von dem Geistlichen, der im Alter von 54 Jahren verstorben war.

 |  NOEN, Helmut Lackinger
„Pater Adolf Marker ist am 22. September 2015 im 55. Lebensjahr in die Barmherzigkeit Gottes heimgegangen.“ Mit dieser Formulierung hat der Verstorbene selbst gebeten, seinen Tod bekannt zu geben, wie Abt Georg vom Stift Melk im Schreiben an die NÖN erklärte.

x  |  NOEN, privat
Der Schock war groß in der Stadt, als vergangenen Dienstag vermeldet wurde, dass der beliebte Pater völlig überraschend aus dem Leben geschieden ist. Gleich am Dienstagabend versammelten sich viele Freunde und Bekannte des Paters am Melker Hauptplatz, um für ihn ein Licht zu entzünden und an ihn zu denken.
Pater Adolf hat seinen Tod und auch den Ablauf danach geplant. Für die Parte hat er sich große Einfachheit gewünscht. Nur das Notwendigste und was wichtig war, solle dort zu finden sein.

An diesen Wunsch möchten wir uns auch hier halten und weder „Lebenslauf“ noch „Nachruf“ schreiben – nichts, was einem Menschen nachgerufen wird, sondern eine Erinnerung an einen Menschen, der für viele unfassbar früh verstorben ist. Seine eigenen Erinnerungen mögen daran anschließen, wer P. Adolf gekannt hat, mit ihm befreundet war oder nur flüchtig Kontakt hatte.

Und das sind sehr viele Menschen. Die von Pater Adolf selbst vorbereitete Parte wurde an knapp 1.000 Personen verschickt und sie wurde wohl an den Orten und in den Kreisen weitergegeben, wo er sich immer zu Hause gefühlt hat: bei Feuerwehr, Rotem Kreuz, Krisenintervention, in der Diözese, in den anderen Benediktinerklöstern, beim Volleyball-Team Melk und vor allem in seiner Familie.

x  |  NOEN, Helmut Lackinger


Darunter sind viele Menschen, die Pater Adolf in irgendeiner Phase ihres Lebens begleitet hat – im Stift Melk die Schüler des ehemaligen Internats, die Gäste, die Mitarbeiter unterschiedlicher Bereiche, die pflegebedürftigen und kranken Mitbrüder, die Patienten aus dem Melker Spital, die Kollegen der Einsatzkräfte nach schwierigen Einsätzen, die Familien, denen er an den Lebenswenden bei Geburt, Hochzeit und Tod zur Seite gestanden ist und, was Pater Adolf besonders wichtig war, die Familien mit zu früh verstorbenen Kindern. Viele dieser Menschen sind für P. Adolf auch zu Freunden geworden.

Begräbnis hat Pater Adolf selbst vorbereitet

Pater Adolf wirkte als Mitglied des Benediktinerstiftes Melk (Einkleidung 1982) in der Gemeinschaft und als Diakon (Weihe 1991). Er begleitete in derselben Weise Menschen aus traditionell kirchlichem Umfeld wie auch Menschen, für die er wohl die einzige Kontaktperson zur Kirche war.

Die Umgebung von Großau (Gainfarn, Bad Vöslau, Baden), woher Pater Adolf stammte, blieb für ihn immer ein wichtiger Bezugspunkt. Auch wenn er dort nicht mehr wohnte, hatte er für seine Familie eine wichtige integrative und zusammenführende Rolle.



Pater Adolf hat für sein Begräbnis bis zur Auswahl der Lieder alles selbst vorbereitet. Vielleicht kann man aus seiner schriftlichen Vorlage auch einen kleinen Schimmer Hoffnung schöpfen: Er schreibt zunächst von einem „Verabschiedungsgottesdienst“, doch bleibt es nicht allein bei einer Verabschiedung. Wenig später heißt es dann: „Es sollte ein Auferstehungsgottesdienst sein.“

Am Dienstag, 29. September, um 19 Uhr fand in der Stiftskirche das feierliche Requiem mit Verabschiedung statt. Die Urnenbeisetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familien- und Freundeskreis stattfinden.