Erstellt am 23. November 2015, 14:24

Riesen-Erfolg für Projektteam der IT-HTL Ybbs. Das Projekt Voxyflow wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung zum “Jahr der Forschung” bei der Preisverleihung “Österreich sucht die Zukunftsidee” als Siegeridee vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ausgezeichnet.

stehend von links nach rechts: Michael Hollaus, Markus Lindner, Michael Wurzer, Florian Scharner, Schulleiter Rainer Graf, Julia Zarl, Projektinitiator Stefan Zauner sitzend von links nach rechts: Jonas Burgschmidt, Daniel Steinkogler, Christian Eder  |  NOEN, HAK Ybbs

40 Projektideen schafften es ins Finale und das Team aus der IT-HTL setzte sich gegen starke Konkurrenz durch. Als Hobbyforscher wurden sie in der Kategorie „Umwelt und Energie“ zum Sieger gekürt. Neben einer Urkunde und einem Pokal wurden die jungen Forscher mit einer 8 tägigen Studienreise zu den Ausgrabungsstätten in Ephesus belohnt.

Die eigentliche Idee wurde von DI Stefan Zauner im Rahmen des Unterrichts „Informationstechnische Projekte“ eingebracht. Da Schüler oft in stickigen Klassenräumen arbeiten müssen und sich deswegen nicht konzentrieren können, wurde die Idee für eine Messstation in geschlossenen Räumen geboren. Die Umsetzung dieser Idee trägt den Namen „Voxyflow“.

Retter vor schlechter Luftqualität 

Voxyflow kann, egal in welcher Umgebung, ob am Arbeitsplatz, zu Hause oder in anderen geschlossenen Räumen, der Retter vor schlechter Luftqualität sein. Mangelnde Luftqualität verschlechtert nicht nur die Konzentration, sondern ist auch der Auslöser von chronischen Krankheiten, erhöhten Absenzen und schlechtem Lernvermögen. Wenn das Gerät gefährliche Parameter in der Atemluft erkennt, werden die Benutzer von Voxyflow über akustische (mithilfe eines Buzzers) oder visuelle (Verbindung von Smartphone/Tablet zu Voxyflow über Bluetooth) Alarmierungsroutinen darauf hingewiesen, die Fenster zu öffnen, um so den Raum zu lüften und eine gute Luftqualität zu gewährleisten.

Das Gerät kann in Haushalten, in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Hallen etc., aber auch von Einsatzkräften verwendet werden. Der Vorteil, mit dem Gerät ausgestattet zu sein, liegt im Gefahrenpotential von giftigen Gasen. Menschen, die einer zu hohen Konzentration von Kohlenmonoxid bzw. Kohlendioxid ausgesetzt sind, werden zuerst müde, danach ohnmächtig und schlussendlich führt diese zum Tod.

1200 Personenstunden aufgebracht

Das Projekt wurde von einem Projektteam bestehend aus neun Personen (Jonas Burgschmidt, Christian Eder, Michael Hollaus, Lukas Kindig, Markus Lindner, Florian Scharner, Daniel Steinkogler, Michael Wurzer, Julia Zarl) umgesetzt. Insgesamt wurden zur Entwicklung der Prototypen und dazugehöriger Software rund 1200 Personenstunden verwendet.

Der Schwerpunkt fiel auf die Bestimmung der Luftqualität in Schul- bzw. Büroräumen. Das Resultat ist ein funktionsfähiger Prototyp mit mehreren Verbindungsmöglichkeiten. Einerseits kann man die Werte auf einer Android-App für Smartphones und Tablets anzeigen. Andererseits ist es möglich die Daten auf einem optionalen Display direkt am Gerät abzulesen.

Die Voxyguards sind mit mehreren Sensoren ausgestattet:

  • Kohlendioxidsensor

  • Temperatursensor

  • Luftfeuchtigkeitssensor

  • Kohlenmonoxidsensor

  • Luftdrucksensor

Die Voxyflow-App wurde im April 2015 fertiggestellt und ist für verschiedene Geräte in mehreren Sprachen (Deutsch, Englisch und Französisch) verfügbar. Sie verfügt über eine Messwertanzeige mit einer Uhr sowie über eine grafische Anzeige der letzten Messwerte. Außerdem wurde neben einem visuellen Alarm (verfärben der Messwerte/Graphen) ein Vibrationsalarm implementiert.

Das Produkt Voxyflow bietet SchülerInnen/LehrerInnen/Büroleuten/Privatpersonen die Möglichkeit, sich mittels Smartphone oder Tablet die Informationen über die aktuelle Luftqualität zu besorgen und wenn nötig zu reagieren. Die App ist hierfür in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch vorhanden. Zudem ist es möglich, gefährliche Gaskonzentrationen von Kohlendioxid und Kohlenmonoxid zu erkennen und die Personen in den jeweiligen Räumen zu warnen. Weiters wird die Möglichkeit geboten, die Wohnraumlüftungsanlage direkt anzusteuern.

Dadurch wird der Energieverbrauch durch unnötiges Lüften gesenkt und Schimmelbildung in Nassräumen vermieden. Parallel wurde eine App für Android programmiert, welche Uhrzeit und alle gemessenen Werte in Zahlenformat sowie als Graph darstellt. Hier wurde Java als Programmiersprache und Eclipse als Programmierumgebung verwendet. Weiters können die Werte in einer Datenbank gespeichert und darauf mittels LCD-Display oder einer Homepage zugegriffen werden. Der ökonomische Vorteil ist die bessere Luft in geschlossenen Räumen und die daraus resultierende steigende Konzentration und Leistungsfähigkeit der Menschen in diesen Räumen. Wir gratulieren sehr herzlich zu diesem Erfolg!

Weitere Informationen auf http://www.sz-ybbs.ac.at