Erstellt am 03. November 2015, 05:02

von Elisabeth Schuster

Schneck zieht sich aus der Politik zurück. Hauptgrund für den Rückzug von Walter Schneck aus der Politik ist das "fehlende Miteinander" bei "Stadt Melk hat Zukunft".

Walter Schneck (rechts) verkündete bei der Melker Gemeinderatssitzung am Donnerstag seinen Rückzug aus der Politik. Das nun frei werdende Amt des Stadtrates übernimmt Emmerich Weiderbauer.  |  NOEN, Plutsch/Archiv

Für einen kurzen Moment kehrte in der sonst so hektischen Melker Gemeinderatssitzung am Donnerstag Stille ein. Den Anlass dazu lieferte Stadtrat Walter Schneck mit seinem Antrag für einen neuen Gemeindearzt: „Dieser Antrag wird gleichzeitig der letzte sein, den ich stelle. Ich werde alle meine politischen Funktionen zurücklegen“, sagte Schneck.

Damit hatte wohl niemand im Sitzungssaal gerechnet. Das war auch an den verwunderten Blicken der Stadt- und Gemeinderäte zu sehen. „Das höre ich zum ersten Mal. Ich bedauere es natürlich“, so ein geschockter Bürgermeister Thomas Widrich.

„Einige Umstände haben nun ein Ausmaß erreicht, das es mir als Person unmöglich macht, das Amt des Stadtrates weiterhin ausführen zu können“, erklärt Schneck. Aber was genau ist in den letzten Monaten passiert?

„Kein Interesse mehr am Miteinander“

Nach der Gemeinderatswahl im Jänner gingen die Grünen mit plus zwei Mandaten aus dem Wahlkampf. Genau bedeutete das fünf Sitze im Gemeinderat und einen Stadtrat. Diesen übernahm der drittgereihte Walter Schneck. „Für mich war das Projekt ‚Stadt Melk hat Zukunft‘ eine wesentliche Grundlage für die Übernahme des Stadtrates nach der Wahl im Jänner“, erklärt der 59-Jährige.

Nun scheint alles anders zu sein. Laut Schneck ging ein Großteil seiner Energie immer mehr ins Leere. Weiters bestand auch kein Interesse mehr an dem vor der Wahl so hochgehaltenen Slogan des „Miteinander“. Das sieht Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann anders: „Ich kenne kein Beispiel, wo die ÖVP über alle drüber gefahren ist“, so Kaufmann in Vertretung des verreisten Bürgermeisters. „Es ist aber sehr leicht, jemand anderem die Schuld zu geben.“ VP-Parteiobmann Patrick Strobl vermutet hinter dem Rücktritt „interne Meinungsverschiedenheiten“ und dass man dies aber in der Öffentlichkeit anders darstellen will. Nachgefragt bei Schneck dementiert er diese Aussage: „Diese Behauptung stimmt überhaupt nicht.“

Der Entschluss vom Grünen-Stadtrat scheint auf jeden Fall sicher zu sein. Schriftlich eingereicht war er am Freitag jedoch noch nicht. Auch seine Nachfolger stehen schon fest: Das nun frei werdende Gemeinderatsmandat wird von Schnecks Tochter Bettina als nächst gereihte Kandidatin auf der Wahlliste der Grünen Melk übernommen. Die frei werdende Funktion des Stadtrates übernimmt kein Unerfahrener: Emmerich Weiderbauer war bereits von 2005 bis 2010 Stadtrat.