Erstellt am 28. April 2017, 02:17

von Michael Unger

Hochwasserschutz: Aggsbach wie geplant. Die Planung für Schönbühel ist derzeit komplett gestoppt, für Aggsbach läuft sie aber weiter. Erich Lagler wehrt sich.

Hier entlang der Donaulände sollte der Hochwasserschutz bis zum Schloss Schönbühel verlaufen. Wenn er je gebaut wird.  |  Unger

Aufgrund einer Beschwerde gegen die Bewilligung könnte es zu einer deutlichen Verzögerung beim Baustart für den Hochwasserschutz Schönbühel kommen (die NÖN berichtete).

Der Schönbüheler Erich Lagler hat den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft beeinsprucht, weil er vor allem die Einbindung des Siecherbaches mangelhaft findet. Nun muss das Landesverwaltungsgericht entscheiden, was rund ein halbes Jahr dauern könnte. Unklar war zunächst, wie sich dieser Rückschlag in Schönbühel auf die ebenfalls in Planung befindlichen Projekte in Aggsbach-Dorf und Aggstein auswirkt.

Bürgermeister Erich Ringseis (ÖVP) stellt nun klar: „In Schönbühel gibt es derzeit einen völligen Planungsstopp, Aggsbach ist aber bereits bewilligt und läuft wie geplant weiter.“ Der geplante Baustart in Aggsbach bleibt Frühjahr 2018.

„Siecherbach wäre Gefahr für den Ort“

Der Schutz in Aggstein, der ab Herbst 2018 entstehen soll, wurde vergangene Woche zur wasserrechtlichen Genehmigung eingereicht. Er ist von der Beschwerde ebenso nicht betroffen. Ringseis rechnet mit einer Gerichtsentscheidung „nicht vor einem halben Jahr“. Da es ohne Bewilligung keine Förderzusagen des Landes gibt, kann auch für die nicht beeinspruchten Bereiche derzeit nicht weitergeplant werden.

Erich Lagler wehrt sich unterdessen gegen den Vorwurf des Bürgermeisters, es gehe ihm nur um seinen eigenen Vorteil. Wenn ein Siecherbach-Hochwasser nicht in die Donau abfließen kann, stelle das eine Gefahr für den Ort dar. Die Behörde habe deshalb Verbesserungen vorgeschrieben. „Wer glaubt, dass ich den Ort in Geiselhaft nehme, zum Sterben bringe oder den Hochwasserschutz kippe, den lade ich gerne ein, sich selbst ein Bild zu machen“, sagt Lagler. Er betont erneut, nicht gegen den Schutz zu sein.