Schönbühel-Aggsbach

Erstellt am 28. Juni 2016, 03:38

Meditationsgarten: Ort der Besinnung. Über den Mauerresten des alten Zellentrakts der Kartause Aggsbach wird er durch „grüne Architektur“ wieder sichtbar.

SCHÖNBÜHEL-AGGSBACH DORF Am Samstag, 25. Juni wird der Meditationsgarten in der Kartause Aggsbach um 18 Uhr mit dem Lichtprojekt Slow Light eröffnet. Auf dem Programm stehen Schauschmieden und Führungen durch den Mineralienstadel ab 17 Uhr, ein Orgelkonzert ab 20 Uhr, ab 21 Uhr spielen „Spirit Brass“ im Meditationsgarten, ab 21.30 wird der Garten im „Langsamen Licht“ die Besucher verzaubern. Nussbaumer  |  NOEN, Nussbaumer

Feierlich wurde am Samstag mit Landesrat Karl Wilfing als Ehrengast, der neue „Meditationsgarten“ der Kartause Aggsbach eröffnet. In Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt Alfred Benesch verwirklichte die Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach hier ein ganz besonderes Projekt.

Der ehemalige Zellentrakt des Klosters war nach der Aufhebung abgetragen worden. Von 2008 bis 2010 wurden der Große Kreuzgang und sieben Einsiedlerzellen vom Bundesdenkmalamt wieder freigelegt und dokumentiert.

Ehemaliger Zellentrakt wird wieder sichtbar

Punktgenau über den erforschten aufragenden Mauerresten wurden nun von der Firma Schnabl aus Melk Betonfundamente für Rankgerüste errichtet. Die Rankgerüste, den Stiegenaufgang und die Geländer stellte die Firma Franz Wahler aus Ybbsitz her. Der Zellentrakt soll für die Besucher als „grüne Architektur“ wieder sichtbar gemacht werden.

Die einheitliche Bepflanzung des Kreuzgangs mit Blauregen soll dessen einheitliche bauliche Gestaltung erfahrbar machen. Die einzelnen Zellenwände werden mit unterschiedlichen Rankpflanzen gestaltet, und so die Individualität der einzelnen Mönche zum Ausdruck gebracht. Auch die Raumaufteilung in den Zellen folgt den Ergebnissen der Grabungen. Zusätzlich ermöglicht ein Weg entlang der Umfassungsmauer einen „Blick von oben“ auf die Gartenanlage.

Schüler und Lehrlinge der Gartenbauschule Langenlois haben Hunderte Rosen am Hang, Steingartenpflanzen am Hangfuß, alle Rankpflanzen und Obstbäume gesetzt. In einem der Gärten wurden Blumenbeete für den Kirchenschmuck angelegt, in einem zweiten Garten ein Holzhochbeet und Kräuterbeete.

Über Sinn des Lebens nachdenken

Am Eingang der Zellen laden Texttafeln die Besucher ein, über den Sinn des Lebens und der Suche nach Gott nachzudenken und Ruhe und Besinnung zu finden. Der Meditationsgarten ist auch Teil des SlowLight-Projekts der Lichtkünstlerin Siegrun Appelt. „Mögen in diesem Garten die Menschen einander als Menschen begegnen und Gott als ihrem Schöpfer“, sagte Pfarrer Karl Leisner-Becker.

Im Karthäusermuseum ist übrigens vor Kurzem ein Wasserschaden entstanden. Bei dessen Behebung haben die beim Stift Melk untergebrachten Flüchtlinge tatkräftig mitgeholfen. „Für mich ist das ein Hinweis auf die Gemeinschaft der Religionen“, betonte Professor Karl Thier.