Erstellt am 13. Oktober 2015, 04:47

von Claudia Christ

Individualität steht fix am Stundenplan. Seit einem Monat ist das Schulzentrum Ybbs Modellschule für Individualisierung und Potenzialentfaltung.

Freies Lernen in der Gruppe ist für Schulsprecherin Sandra Dallinger von der HAK Ybbs nun eine Selbstverständlichkeit.  |  NOEN, Christ/SZ
Schluss mit langweiligem Frontalunterricht – im Schulzentrum Ybbs sieht der Unterricht in diesem Schuljahr etwas anders aus. An drei Tagen in der Woche (Montag bis Mittwoch) steht in der 3. und 4. Stunde „Individuelles Lernen“ fix am Stundenplan. Direktor Rainer Graf ist stolz auf seine erste österreichweite Modellschule dieser Art: „Die Schüler sollen dadurch lernen, sich selbst zu organisieren und miteinander Aufgaben zu lösen.“

x  |  NOEN, Samuel Puschacher
Generell können die beiden Stunden von den Schülern genutzt werden, um Bereiche aufzuholen, zu vertiefen oder sich über den Lehrplan hinaus zusätzliche Fähigkeiten anzueignen. „Wenn Schüler einmal ihre Stärken und Schwächen erkannt haben, ist das System einfach perfekt“, so Mathematikprofessorin Margit Höfinger. Sollte ein Schüler Hilfe benötigen, dann sucht er den Betreuungslehrer auf.


Fakt ist aber auch, dass das neue Modell für Schüler und Lehrer anfänglich eine Umstellungsphase bedeutet: „Natürlich dauert es ein wenig, bis sich alle daran gewöhnt haben, in den beiden Stunden frei arbeiten zu können. Aber auch wenn ein Schüler in dieser Zeit gar nichts tut, wird ihm das früher oder später zu langweilig“, ist Direktor Graf von der Eigenverantwortung seiner Schüler überzeugt.

Auch die können dem neuen Unterrichtsmodell nur Gutes abgewinnen. „Ich finde den ,Individualisierten Unterricht‘ gut, denn man hat Zeit, Versäumtes nachzuholen und gemeinsam mit Freunden zu lernen“, erklärt HAK/HAS Schulsprecherin Sandra Dallinger.