Melk

Erstellt am 18. Mai 2017, 03:37

Mit Flaschendrehen zur Theater-Bühne. 9.000 Plastikflaschen zieren bei „Bartholomäusnacht“ die Wachaubühne. Für den Aufbau werden Freiwillige gesucht.

Das diesjährige Bühnenbild der Sommerspiele ist geprägt von Plastik: Rund 9.000 Plastikflaschen schmücken die Wachauarena, wenn sich der Vorhang für die „Bartholomäusnacht“ und „Birdland“ hebt.  |  NOEN

Mit der Einführung in die „Bartholomäusnacht“ in der Tischlerei gab Intendant Alexander Hauer den Startschuss für die diesjährigen Sommerspiele. „Es ist spannend, diesen Religionskonflikt am Fuße des Stiftes zu thematisieren. Ich finde es immer wieder prickelnd, sich derartigen Themen zu nähern“, so Hauer, der auch die beiden Schauspieler Katharina Stemberger und Giuseppe Rizzo begrüßte.

Stemberger, die die Rolle der Katharina von Medici ausführt, steht im Sommer zum vierten Mal auf der Wachaubühne. „Nach Melk zu kommen, ist für mich immer ein gutes Gefühl. Es gibt in unserem Beruf viele Momente, wo man Angst hat. Hier habe ich ein angstfreies Gefühl“, strahlt Stemberger. Und sie nimmt Bezug ihrer Rolle im Stück zur aktuellen Politik: „Vor lauter Strategie verliert man manchmal den genauen Überblick.“

Begeistert vom diesjährigen Werk zeigt sich auch Autor Stephan Lack, der gemeinsam mit Hauer an der Fassung feilte. „Ich bin angetan von der Familiengeschichte und der Konstellation. Für mich ist Katharina von Medici eine rätselhafte Figur, die im Stück als gewiefte Schachspielerin fungiert“, freut sich Lack bereits auf die Premiere. Für Gesprächsstoff wird in diesem Jahr auch das Bühnenbild sorgen. Dieses wird nämlich von rund 9.000 Plastikflaschen dominiert.

„Natürlich haben wir uns die Frage gestellt, wie wir mit so viel Plastik umgehen. Wir haben eine Firma gefunden, welche die Flaschen recyceln kann“, beruhigt Hauer bereits im Vorfeld. Damit aber alle Flaschen rechtzeitig zur Premiere am 14. Juni am richtigen Platz sind, laden die Veranstalter am 27. und 28. Mai zu einer gemeinsamen Flaschendreh-Party mit Pizza und Eis bei der Wachaubühne ein. „Insgesamt benötigen wir für das Hineindrehen aller Flaschen rund 5.000 Minuten“, schmunzelt Hauer.