Erstellt am 06. März 2016, 05:04

von Elisabeth Schuster

Sorgenkind ist das Gastgewerbe. 1,4 Mio. Euro hat die AK Melk 2015 eingebracht. Meiste Interventionen: Gastgewerbe.

Arbeiterkammer-Rechtsschutzexperte Karl Heigel (l.) und AK-Bezirksstellenleiter Melk Peter Reiter präsentieren die Jahresbilanz des Arbeits- und Sozialrechts 2015.  |  NOEN, Schuster

Im Vorjahr forderte die Arbeiterkammer Melk für 246 Arbeitnehmer ausstehende Löhne und Gehälter ein. „Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, sagt Melker AK-Bezirksstellenleiter Peter Reiter. Deshalb mussten 79 Fälle dem AK-Rechtsschutzbüro übertragen werden.

Spitzenreiter bei allen Interventionen ist das Gastgewerbe. Bei einer Arbeitnehmerin in der Gastronomie forderte die Arbeiterkammer Melk 2.856 Euro beim Dienstgeber ein. Sie bekam jahrelang weder Feiertagszuschläge noch Zuschläge für den sechsten Arbeitstag der jeweiligen Woche ausbezahlt.

Insgesamt 473 Gastgewerbebetriebe gibt es im Bezirk Melk. Alleine in den letzten fünf Jahren gab es 176 Interventionen. Dabei wurden 475.000 Euro eingebracht.

„45 Prozent der Gastgewerbe-Beschäftigten sind falsch angemeldet bei der Gebietskrankenkasse. Das sind 2,5 mal so oft wie in anderen Branchen“, erklärt AK-Rechtsschutzexperte Karl Heigel. Laut Heigel führt die falsche Anmeldung zu geringeren Entgeltzahlungen und verursacht einen erheblichen Pensionsschaden: Schätzungen zufolge rund 100.000 Euro. Nur 18 Prozent der Dienstverhältnisse dauern im Gastgewerbe länger als ein Jahr. 42 Prozent sind sogar kürzer als drei Monate.


Jahresbilanz 2015

Arbeits- und sozialrechtliche Beratungstätigkeit im Bezirk Melk:

Persönliche Beratungen................................................1.561

Telefonische und schriftliche Beratungen.......................1.283

Interventionen beim Dienstgeber...............................167 Fälle

Kostenloser Rechtsschutz..........................................79 Fälle

Außergerichtlich eingebracht..............................164.165 Euro

Gerichtlich eingebracht.......................................375.825 Euro

Insolvenzvertretung...........................................861.078 Euro

Gesamtsumme1.401.068 Euro