Erstellt am 26. Januar 2017, 05:03

von Jutta Streimelweger

Verein "Robin Hood" baut Hundehütten mit Inuit. „Robin Hood“-Vereinsobfrau Marion Löcker berichtet der NÖN über künftige Projekte des St. Leonharder Tierschutzvereins.

In Ost-Grönland baut „Robin Hood“ Hundehütten. Im November 2016 brachte der Verein 23 Tonnen Futter auf die Insel, die Frachtkosten von rund 8.000 Euro trug „Robin Hood“. Im Sommer kommt nun ein Tierarzt mit nach Grönland. Im Bild: Marion Löcker bei einem Besuch auf Grönland mit Schlittenhunden.  |  NOEN, Robin Hood

Seit 25 Jahren ist Marion Löcker im Tierschutz tätig, seit 2010 mit ihrem eigenen Verein „Robin Hood“ (die NÖN berichtete). Für die 52-Jährige ist der Schutz der Tiere nicht nur Beruf, sondern auch Lebensinhalt und Leidenschaft: „Ich sehe mich nicht nur als Tierschützerin, sondern ich möchte Tieren jene Rechte zurückgeben, die wir ihnen genommen haben.“ Und dieser Verantwortung lässt Löcker Taten folgen. Mit „Robin Hood“ ist sie in Rumänien, Grönland, Kurdistan, Irak und Armenien, aber auch in Ungarn und Österreich tätig.

„Grönland habe ich durch Zufall entdeckt und wollte erst nicht glauben, welches Leid dort herrscht.“ Im neuen Jahr soll der Hundehüttenbau durch arbeitslose, junge Inuit auf der Insel weitergehen. „Auch die Frachtkosten für Futterlieferungen per Schiff aus Dänemark trägt der Verein.“ Außerdem will Löcker im Sommer mit einem rumänischen Tierarzt nach Grönland reisen, um Haustiere zu kastrieren und in Sachen Tierhaltung zu schulen.

„Ich arbeite jeden Tag. Da der Tierschutz mein Leben ist, fällt mir das nicht schwer. Viel Geld und Urlaub interessieren mich nicht.“

Marion Löcker

„Robin Hood ist es wichtig, dass etwas im jeweiligen Land entsteht und wir die Menschen vor Ort motivieren, aktiv zu werden.“ Dafür geht die St. Leonharderin auch dorthin, wo der Zugang schwerer ist.

Irak: Tierschutz auch trotz Kriegswirren

„Im Irak ist ein Tierheim geplant, aber die Kriegswirren hindern uns momentan noch an der Ausführung.“ Trotzdem gibt es 2017 einen Workshop für Zoobetreiber und Tiermärkte, damit Verbesserungen in der Tierhaltung geschehen. Schulungen sind auch in Armenien geplant, außerdem auch ein kleines Tierheim und Kastrationen. Letztere führt der Verein auch in Rumänien durch. „Wir werden die Kastrationen in den Dörfern ausweiten, mit einem OP-Zelt und vielleicht auch einer mobilen Klinik vor Ort sein.“ Im rumänischen Reghin werde Robin Hood für das städtische Tierheim größere Gehege bauen.“ Dort sitzen jeweils drei Hunde in winzigen Zwingern, in Summe 150 Tiere. Zwei weitere Tierheime unterstützt Löcker auch. Hilfe bekommt sie von Tierärzten vor Ort und auch von einer Manker Veterinärin, die Tierschutztiere günstiger behandelt.

Die engagierte Tierschützerin wird aber auch vom Vereinsvorstand und einer Betreuerin für den Onlineshop unterstützt. „Jedoch die rein inhaltliche Arbeit, auch vor Ort, alle Projekte und Kampagnen: Diese Arbeit liegt bei mir. Ich arbeite eigentlich jeden Tag. Da der Tierschutz mein Leben ist, fällt mir das nicht schwer.“ Sie sei dankbar, dass sie das, was ihr am wichtigsten ist, jeden Tag tun kann: „Viel Geld und Urlaub interessieren mich nicht.“ Ihr ist es ganz wichtig, oft vor Ort zu sein.

Besuch in Grönland nur einmal pro Jahr möglich

In Rumänien sei das natürlich einfacher, Grönland sei allein wegen der Reisekosten sehr teuer und ein Besuch daher meist nur einmal pro Jahr möglich. Die St. Leonharderin ist aber nicht nur in anderen Ländern tätig, in Österreich hilft die Naturliebhaberin auch Tieren und ihren Haltern: „Wir bauen im Waldviertel ein Bussardgehege für behinderte Vögel.“ Der Verein helfe mit Rat und Tat: „Leider machen es uns die Behörden schwer, oft wirksam einzugreifen.“

„Robin Hood“ finanziert sich nur aus Spenden: „Wir freuen uns über jede Unterstützung, jeder Cent zählt.“ Auf dieser bietet Löcker immer Updates zu ihren Projekten und Infos rund um den Tierschutz.