Erstellt am 26. Februar 2016, 17:58

von APA/Red

Streit um Katzen endete vor Gericht. Eine 45-Jährige, die zehn Katzen vom Hof eines dementen Mannes im Bezirk Melk in ihre Obhut gebracht hat, ist am Freitag am Landesgericht St. Pölten freigesprochen worden.

 |  NOEN, bilderbox.com (www.bilderbox.com)
Einzelrichterin Doris Zwettler-Scheruga sah weder den Tatbestand der dauernden Sachentziehung noch der gefährlichen Drohung erfüllt. Staatsanwältin Angelika Fraisl gab keine Erklärung ab, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Angeklagte wollte den Katzen helfen"

Es sei evident, dass die Angeklagte "den Katzen helfen wollte", begründete die Richterin das Urteil. Sie habe keinen Bereicherungsvorsatz erkennen können. Zum Vorwurf der gefährlichen Drohung sei Aussage gegen Aussage gestanden. Die Angeklagte befand sich mit dem Neffen des besachwalteten Mannes, der sich um den Bauernhof kümmert, seit längerem im Streit.

Die Tierschützerin hatte im Vorjahr zuerst acht und im Dezember noch zwei weitere Katzen abgeholt. Die Tiere hätten ihr leidgetan, weil sie abgemagert waren - außerhalb des Gebäudes wurden sie laut der Beschuldigten nicht gefüttert. "Die Amtstierärztin ist nicht eingeschritten, ich wollte nicht wegschauen", verteidigte sich die Angeklagte.

Mehrere tausend Euro ausgegeben

Die 45-Jährige hat die Katzen mit ihrem eigenen Geld versorgt, dabei kamen insgesamt mehrere tausend Euro zusammen. "Ich habe die Katzen nicht gestohlen, sondern abgeholt und zur Tierärztin gebracht. Ich habe die Tiere aus der Not zu mir genommen", sagte die Beschuldigte. "Meine Mandantin schützte die Katzen vor dem Hungertod und leistete Nothilfe zugunsten der Tiere und des Bauern", sagte die Verteidigerin Michaela Lehner für die Kanzlei Traxler.