Ybbs an der Donau

Erstellt am 16. Mai 2017, 02:12

von Markus Glück und Denise Schweiger

Arzt droht mit Schließung. Da keine barrierefreien Räume zu finden sind, überlegt Augenarzt Albert Daxer Verlegung seiner Ordination nach Wieselburg. SP-Stadtchef Schroll sucht Lösung.

Keine geeignete Ordination findet Augenarzt Albert Daxer in Ybbs. Jetzt überlegt er die Schließung seiner Facharztpraxis.  |  wavebreakmedia/ shutterstock.com

Ein Schild prangt den Patienten vom Ybbser Augenarzt Albert Daxer beim Betreten seiner Praxis schon von Weitem entgegen: „Suche nach einer barrierefreien Ordination in Ybbs.“ Ein Satz, den der Doktor schon lange ausspricht.

Seit etwa zehn Jahren ist Daxer bemüht, eine Ordination mit Barrierefreiheit in Ybbs zu finden: „Die derzeitige Situation ist unzumutbar für meine Patienten. Es gibt keine Parkmöglichkeit. Auch sind etliche Stufen zu bewältigen. Zu mir kommt Jung und Alt. Es kann nicht sein, dass der Weg zum Arzt ein Problem für Menschen darstellt.“ Allen voran betont der Augenarzt, dass die Stadtgemeinde Ybbs keine Hilfe bei der Suche ist. Mehrmals hat Daxer bereits seinem Unmut Luft gemacht, allerdings gab es keine Reaktion.

„Ich bin enttäuscht. Nach so langer Zeit fühle ich mich von der Gemeinde im Stich gelassen“, zeigt sich Daxer gegenüber der NÖN unzufrieden. Der Augenarzt hat jedoch bereits einen Plan B: „Ybbs eignet sich meiner Meinung nach aufgrund der Infrastruktur nicht für einen Facharzt. Ich habe noch nichts Konkretes ins Auge gefasst, aber Wieselburg würde für mich gut passen“.

Die Kritik an der Gemeinde kann SP-Bürgermeister Alois Schroll nicht verstehen: „Daxer war noch nie offiziell bei mir. Wenn es wirklich so weit kommen sollte, bedauere ich seinen Schritt.“ Schroll bietet dem Augenarzt aber einen Gesprächstermin an, um eine Lösung für den Verbleib in der Stadt zu finden. „Bisher weiß ich nichts von seinen Anforderungen. Wir haben derzeit aber viele Baustellen in der Stadt, wo es sicherlich die Möglichkeit gibt, eine Ordination einzuplanen“, so Schroll.