Erstellt am 08. Mai 2018, 03:57

von Anna Faltner

Stoßgebet für den Donauuferbahn-Erhalt. In Oberösterreich wird in Gottesdiensten für Erhalt der Bahn mobilisiert. Abbau startet Mitte Mai.

Mitte Mai startet der Abbau der Donauuferbahn in Marbach. Während es im Bezirk Melk ruhiger wurde, wird in Oberösterreich noch weiter um den Erhalt gekämpft.  |  Schweiger

Mit Mai vollzieht die NÖVOG endgültig das Auflassungsverfahren der Donauuferbahn. Während sich viele Bahn-Befürworter geschlagen geben, kämpfen manche noch weiter – besonders in den oberösterreichischen Gemeinden entlang der Bahn.

Schon 1986 etablierte sich eine Bürgerinitiative der acht betroffenen Gemeinden in Oberösterreich für den Erhalt der Donauuferbahn. „Damals kam das Thema ‚Auflassung‘ zum ersten Mal auf. Jetzt ist es so aktuell wie noch nie“, sagt Heinrich Höbarth von der Fördergemeinschaft Donauuferbahn. Für ihn ist es unvorstellbar, dass 19 Kilometer aus dieser Verbindung hinausgerissen werden. „Da muss man sich ans Hirn greifen. Vom Westen aus ist die Wachau mit öffentlichen Verkehrsmitteln quasi unerreichbar.“ Der Bürgerinitiative geht es nicht nur um den Tourismus, sondern auch um den Gütertransport. „Ab Weins funktioniert die Donauuferbahn als Holztransporter. Das wäre auch für den Schotter der Firma Loja wünschenswert“, betont Höbarth.

Unterstützung von der Diözese Linz und den Pfarren

Unterstützung kommt nämlich auch von der Diözese Linz und den Pfarren. Pfarrer Leopold Gruber aus Grein sprach das Thema kürzlich während dem Gottesdienst an. „So erreicht man die Leute. Die Unterschriftenliste für den Erhalt der Bahn war ziemlich schnell voll“, erzählt der Geistliche. Für ihn gibt es mehrere Gründe, die für die Donauuferbahn sprechen: „Wir blicken vor allem auf die Umwelt. Diese historische Bahnlinie hat großen Wert und wäre eine Ausweichmöglichkeit bei Hochwasser.“

Diese Ansicht teilt auch Josef Froschauer von der Diözese Linz. „Für uns sollte Schiene vor Auto und Bus stehen.“ Er spricht auch die Themen Infrastruktur und Klimaschutz an. „Wir haben vor, dass wir die Unterschriftenaktion in den Gottesdiensten aller Pfarren, die entlang der Bahn liegen, publik machen“, betont Froschauer. Allerdings geschieht das nur in Oberösterreich. „Ich weiß davon gar nichts. Die Diözese St. Pölten ist da nicht miteingebunden“, sagt Pressereferent und Diakon Markus Riccabona.

„Brücken werden Ende Mai abgetragen“

Josef Baum von der Verkehrswende NÖ zeigt sich verärgert: „Es macht einen als überzeugten Niederösterreicher betroffen, dass offizielle Stellen aus einem anderen Bundesland mehr an die Zukunft und die Umwelt unserer Kindeskinder denken als die eigenen.“

Vonseiten der NÖVOG berichtet Pressesprecherin Katharina Heider-Fischer: „Die Brücken werden Mitte Mai abgetragen.“