Melk

Erstellt am 05. Juli 2017, 03:00

von Markus Glück

Transparenz im System; SC Melk erhält 1.400 Euro. Nach NÖN-Bericht legt Stadt Fördersumme für Sportvereine vor. SC Melk erhält 1.400 Euro. Bei 114.000 Euro Sportplatzmiete handelt es sich um „buchhalterisches Geld“.

Zeigten Einigkeit: Die Stadträte Emmerich Weiderbauer und Jürgen Eder, Gemeinderat Thomas Gruber, SC-Obmann Thomas Formann, VP-Obmann Patrick Strobl und Stadtrat Wolfgang Zehethofer.  |  Stadt Melk/ Gleiß

Für die Verantwortlichen des SC Melk und der Stadtgemeinde war die abgelaufene Woche nicht nur aufgrund der Temperaturen heiß: Der NÖN-Artikel über die Fördermittel schlug derart hohe Wellen, dass sich die Parteienvertreter gemeinsam mit dem SC bemüßigt sahen, eine eigene Pressekonferenz zum Thema zu geben.

Davor wurde aber auch in den Sozialen Netzwerken heiß diskutiert. So meldete sich Ex-Grünen Gemeinderat Peter Pruzina zu Wort und kritisierte die fehlende Kulturförderung, woraufhin auch SP-Stadtrat Jürgen Eder, Dorferneuerungs-Obmann Markus Ledl und Musikschul-Leiter Walter Loibl mit den Facebook-Nutzern heftigst diskutierten.

"Stehen hinter allen Vereinen"

Die Absage an eine Neiddebatte in der Stadt erfolgte dann im Rahmen der Pressekonferenz aller Fraktionen. „Wir stehen hinter allen Vereinen und uns ist das Ehrenamt sehr wichtig. Leider werden in die aktuelle Debatte auch andere Vereine hineingezogen“, verspricht VP-Parteichef Patrick Stobl vollste Transparenz: „Wir wollen nichts vertuschen.“ So erhalten etwa alle Sportvereine insgesamt eine Sportförderung von 10.000 Euro, davon bekommt der SC Melk rund 1.400 Euro.

Die im NÖN-Artikel zusammengesetzte Summe von rund 170.000 Euro sei laut VP-Finanzstadtrat Wolfgang Zehethofer nur buchhalterisches Geld. „Vereinfacht gesagt kommt das Geld von der linken Tasche der Stadt in die rechte“, so Zehethofer.

114.000 Euro Sportplatz-Miete

Konkret geht es dabei um die Sportplatz-Miete von 114.000 Euro, die an die GrundstücksgmbH „bezahlt“ wird. Zehethofer: „Wir haben diese damals gegründet, weil die Gemeinde vorsteuerabzugsberechtigt war. Der SC bekommt daher diese Summe nicht.“ Ähnlich wird auch bei der Wassergebühr von fast 40.000 Euro des SC Melk verfahren.

Übrigens: In der GrundstücksgmbH ist neben der Sportanlage etwa auch der Wirtschaftshof inkludiert. In der Gesamtbilanz weist die GmbH einen Wert von rund 6,4 Millionen Euro auf.

Ein klares Wort sprach Zehethofer auch bei der Debatte rund um die Erhaltung des Kunstrasenplatzes, wo vor allem die Finanzierung der künftigen Sanierung im Mittelpunkt der Debatte stand: „50 Prozent der Mieteinnahmen des Kunstrasenplatzes sollen vom SC Melk als Rücklagen gebildet werden.“

Prüfungsausschuss mit Thema beschäftigt

Ärgerlich ist die gesamte Causa für die Verantwortlichen des SC Melk. „Ich wünsche mir keine negativen Schlagzeilen mehr. Ebenso, dass man uns für unseren Herzensverein arbeiten lässt“, so SC-Obmann Thomas Formann. Ganz ausgestanden ist die Debatte allerdings noch nicht. Wie die NÖN erfuhr, wollte sich der Prüfungsausschuss vergangene Woche mit der Causa beschäftigen. Das Thema wurde allerdings vertragt, da der zuständige SP-Stadtrat Jürgen Eder verhindert war.