Erstellt am 05. Dezember 2015, 05:03

von Claudia Stöcklöcker

Trick mit leerem Tank. Trio täuschte auf Autobahnauffahrten leeren Tank vor und lockte Hilfsbereiten gleich mehrere tausend Euro heraus.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
„Wir sind nach Österreich gekommen, um zu betteln. Dass das Betrug ist, haben wir nicht gewusst“, beteuern Rumänen weinerlich vorm Richter. Dieser wettert: „Hören Sie auf, auf die Tränendrüse zu drücken. Es bringt nichts, den sterbenden Schwan zu spielen, denn von mir bekommen Sie kein Geld!“

Mehrere tausend Euro erbeutet

Auf Autobahnauffahrten in Pöchlarn und Amstetten täuschten die drei Angeklagten vor, dass ihnen der Treibstoff ausgegangen sei, und lockten so hilfsbereiten Menschen Geld aus der Tasche.

Mehrere tausend Euro soll das Trio (20, 21 und 22 Jahre alt) so eingesackt haben. Wie die Männer auf diese Idee gekommen sind? „Das haben wir von Zeitungskolporteuren gehört“, sagt einer. „Wir haben bis zu fünfzig Euro auf einmal bekommen“, meint ein anderer.

Richter: „Da ist ganze Familie involviert“

Auch technische Defekte am Auto täuschten die drei den Opfern vor. Und auch mit anderen Landsmännern waren sie auf kriminellen Touren unterwegs. „Da ist ja eine ganze Familie involviert“, weiß der Richter.
Geschnappt wurde das Trio, weil ein Pensionist Polizisten verständigte.

„Sie haben mich aufgehalten. Ich hab’ gleich gewusst, worum es geht. Es ist mir nämlich schon zweimal passiert. Das erste Mal habe ich Gas gegeben, das zweite Mal bin ich zur Polizei“, erzählt der Zeuge. Und ein anderer: „Uns hat einer gesagt, er käme gerade aus England und wäre auf dem Weg zu seinem Onkel nach Ungarn und dass seine Bankomatkarte kaputt sei. Wir haben ihm Geld gegeben und Telefonnummern ausgetauscht.“

Für zwei der Angeklagten setzt es ein Jahr teilbedingt (rechtskräftig), davon vier Monate gesiebte Luft. Der Dritte darf sofort nach Rumänien zurück. „Auf direktem Weg, ohne jemanden anzuhalten!“, erklärt der Richter.