Erstellt am 18. November 2015, 12:01

„Von nichts kommt nichts“. Zwei junge Betonbauer aus dem Bezirk stellten sich der Berufsweltmeisterschaft – und holten prompt Gold nach Hause. Sie sprechen über ihre Zukunftspläne und haben Tipps für Lehrlinge auf Lager.

Präzises Arbeiten ist bei der Betonliege erforderlich - kein Problem für die österreichischen Teilnehmer.  |  NOEN, zVg

Welcher Beruf ist der richtige für mich? Zwei Faktoren waren für Michael Haydn und Alexander Hiesberger entscheidend: Sie wollten die meiste Zeit ihres Arbeitsalltags nicht vorm Computer, sondern in der frischen Luft verbringen. Und sie wollten abends vor Augen haben, was sie tagsüber geleistet haben.

Die Baubranche war für sie naheliegend. Die beiden Mitarbeiter der Strabag AG haben so einiges drauf. Das bewiesen sie bei den „WorldSkills 2015“. Ihre Leistung wurde bei der Berufsweltmeisterschaft in Brasilien mit Gold belohnt.

Vielseitiges Know-how notwendig

Sie mussten in 22 Stunden hochkant eine Betonliege und zusätzlich ein Brücken-Widerlager – quasi eine Stützmauer – bauen. Wichtig sind beim Betonbau: räumliches Denken, Mathematik-Kenntnis, technisches Wissen und maßgenaues Zuschneiden. Dieses Know-how brachten die jungen Männer mit. So recht an einen Sieg glaubten sie dennoch nicht.

Gleich neben dem österreichischen Duo werkten die Kollegen aus Deutschland: Die beiden Länder lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Haydn ist zwischendurch nervös geworden. „Im Endeffekt haben wir uns selbst fertiggemacht“, rekapituliert der 21-Jährige aus Hürm.

„Wir haben schon Fehler gemacht, aber die anderen eben mehr“, lächelt sein 22-jähriger Partner aus St. Leonhard . „Im letzten Teil haben wir noch mal alles gegeben“, fügt Hiesberger hinzu.
Für die Goldmedaillen-Träger ist seitdem der Arbeitsalltag wieder voll eingekehrt. Sie spielen mit dem Gedanken, für Strabag im Ausland zu arbeiten. „Das sagt uns jeder, dass das für die weitere Karriere wichtig ist“, betont Hiesberger. Schweiz und Kanada kämen infrage. „Viele sagen: Je weiter weg, desto besser“, hat sich Haydn umgehört.

„Lernen. Von nichts kommt nichts“

Tipps für die Lehrabschlussprüfung haben sie auch auf Lager. „Lernen. Von nichts kommt nichts“, lautet Hiesbergers erste Antwort. „Sie sollen an das glauben, was sie wissen und was sie können“, sagt Haydn. „Und nicht nervös werden vor den Prüfern!“, ergänzt Hiesberger.