Erstellt am 08. September 2015, 07:35

von Gerald Götsch

Waldbesitzer zittern vor dem Borkenkäfer. Hitze und Trockenheit ließen die Aktivität des Schädlings stark anwachsen. Laut BH sind Wälder im gesamten Bezirk betroffen.

Viele Nadelbäume, insbesondere die Fichte, werden derzeit vom Borkenkäfer befallen. Wird nicht rasch genug reagiert, färben sich die Nadeln rotbraun und der Baum stirbt ab. BFW Forstschutz  |  NOEN

Sie sind nur zwei bis acht Millimeter groß und trotzdem lernen sie jedem Forstmann das Fürchten – die Borkenkäfer. Es gibt sie auf praktisch allen Baumarten, auf der Fichte verursachen sie allerdings die meisten Schäden.

Käfer konnten sich im Sommer gut entwickeln

„Aufgrund der lang anhaltenden Hitze und Trockenheit haben sich über den Sommer die Käfer in unseren Wäldern gut entwickeln können“, so Klaus Gotsmy, Leiter der Bezirksforstinspektion Melk. Deshalb wurden die Gemeinden und Förster auch schriftlich über die prekäre Lage informiert. Aktuell sind viele Förster inklusive Gotsmy in den Wäldern des Bezirkes unterwegs, um sich ein Bild von den Schäden zu machen und diese auch einzudämmen.

„Es sind derzeit Wälder kleinflächig im gesamten Bezirk betroffen“, erklärt Gotsmy. Am schlimmsten soll die Situation allerdings rund um den Jauerling sein, wo die Bäume im vergangenen Winter schon vom Eisbruch stark beschädigt wurden.

Rasche Reaktion ist wichtig

„Wir appellieren an die Sensibilität aller Waldbesitzer, rasch zu reagieren. Ideal wäre eine periodische Begehung einmal pro Woche“, so der Leiter der Bezirksforstinspektion. Dabei warnt er aber auch davor, sich in Sicherheit zu wiegen. „Der Befall kann innerhalb kürzester Zeit stattfinden. Eine einzige Begehung reicht sicher nicht aus.“
Schadhafte Bäume müssen laut Gesetz vom Waldeigentümer beseitigt werden. Dabei reicht es allerdings nicht, den Baum nur zu fällen. „Die Bäume sollten entrindet werden und mindestens 300 Meter vom Wald entfernt gelagert werden“, erklärt er. Für Waldbesitzer, die auf die Plage nicht reagieren, warten erhebliche Strafen.

Diese reichen von Geldstrafen bis hin zur sogenannten „Ersatzvornahme“. Dabei werden schadhafte Bäume auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft von einer Fremdfirma gefällt und beseitigt. Die Kosten muss der Waldbesitzer tragen. „Dies war bislang noch nicht erforderlich“, meint Gotsmy.
Eine Schadenssumme kann er nicht nennen. Nur soviel: Versichern kann man seinen Wald gegen den Borkenkäfer nicht.