Erstellt am 23. Februar 2016, 05:04

„Weniger Bürokratie für die Bauern“. Bezirksbauernkammer Melk will helfen die Bauern zu entlasten, die zurzeit mit niedrigen Preisen zu kämpfen haben.

Von den 2.158 landwirtschaftlichen Betrieben im Bezirk Melk betreiben mit 1.073 Landwirten die Hälfte auch Schweinehaltung. Die strengen Bestimmungen in Österreich bringen den heimischen Bauern oftmals einen Wettbewerbsnachteil im Preiskampf. Mit aller Achtung auf die Qualität sollen übertriebene Kontrollen in Zukunft unterbunden werden.  |  NOEN, BBK
Würden Sie ein Schnitzel mit einem Schweinefleisch aus Polen einem heimischen Schnitzel vorziehen? Wohl kaum ein Österreicher würde diese Frage mit „Ja“ beantworten. Und dass dieser Unterschied auch in den Speisekarten bei den täglich 2,5 Millionen Essens-Portionen „außer Haus“ (in Kantinen etc.) im öffentlichen Bereich angeführt wird, dafür kämpft die Bauernkammer.

„Diese Herkunftskennzeichnung soll Standard werden. Wir wollen mit neuen Ideen Fleisch in der Vermarktung attraktiver machen und die Qualität und die Regionalität stärken“, betont der Melker Bezirksbauernkammer-Obmann Hannes Zuser.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der Schweinepreis hat auf dem Weltmarkt die Talsohle erreicht. Der Zyklus dauert bereits zwei Jahre – länger als üblich. „Jetzt geht es bei vielen schon ans Eingemachte“, so Zuser.
Und das ist auch für die aktuell ohnehin hohe Arbeitslosigkeit eine zusätzliche Belastungsprobe. „Denn nicht weniger als 500.000 Arbeitsplätze sind der heimischen Landwirtschaft nachgelagert“, ergänzt Bezirksbauernkammersekretär Martin Auer.

Werden Milchmengen wieder reduziert?

Ursache für den niedrigen Schweinepreis ist das große Angebot, das nicht zuletzt aufgrund des Russland-Embargos seit knapp zwei Jahren herrscht.

Ähnlich dramatisch ist die Situation am Milchmarkt, nachdem im März 2015 die Quotenregelung ausgelaufen ist. „Es gibt bereits wieder Überlegungen, die Milchmengen zu reduzieren. Aber wir brauchen natürlich eine EU-weite Lösung“, weiß Zuser, für den gerade die Milchbauern einen wichtigen Teil in den Regionen erfüllen und die Gesellschaft prägen.

Vor allem die Haltung der Tiere spiegelt sich in den Preisen wider: „Billige Produkte gehen meist auf Kosten der Tierhaltungsform“, so Auer. Und in Österreich sind die Bestimmungen sehr hoch. „Kontrollen sind wichtig, aber zum Teil übertrieben. Deshalb setzen wir uns für einen Bürokratieabbau ein, damit die Landwirte ein unternehmerfreundlicheres Klima vorfinden“, sieht Auer die Bauernkammer als Servicestelle für die Landwirte und Ideengeber für die Politik. Umso wichtiger ist es jetzt, dass in dieser Thematik alle Fraktionen an einem Strang ziehen, was im Bezirk bereits passiert.