Melk

Erstellt am 13. September 2017, 04:05

von Jutta Streimelweger

Jakob Prandtauer in neuem Licht. Ende des Jahres erscheint die erste Monografie über den Barock-Baumeister. Autorin Huberta Weigl gibt Einblicke.

Heute gehört das Stift zum Stadtbild Melks dazu und ist Tourismusmagnet und Bestandteil des UNESCO-Welterbes.  |  Franz Gleiß

Heute ist das Stift aus Melk nicht mehr wegzudenken. Untrennbar verbunden ist es mit seinem Errichter Jakob Prandtauer. Neues Licht in das Leben des Barock-Baumeisters bringt mit Ende des Jahres die erste Monografie über Prandtauer von Huberta Weigl. Für die NÖN gibt die Autorin einen Einblick in die Zeit des Stiftbaus.

Der Bau startete 1702 und sollte Prandtauers restliches Leben in Anspruch nehmen: „Zuerst begann er mit dem Neubau der Stiftskirche, ab 1710/11 leitete er den Umbau der Klosteranlage“, erklärt Weigl und betont, dass der Auftrag für diesen Prachtbau Prandtauer nicht einfach in den Schoß fiel: Er musste sich zuerst beweisen – mit der Umgestaltung der Pfarrkirche von Lassee im Jahr 1695. Danach ging es an das Stift.

„Es ist Prandtauers Haupt- und Lebenswerk“, sagt Weigl, die bemerkenswert findet, dass das Kloster bei Prandtauers Tod fest vollendet war: „Im Unterschied zu Melk waren in St. Florian viel mehr Baumeister beschäftigt, bis der Bau abgeschlossen war.“ Ebenfalls spannend: „Abt Berthold Dietmayr hat den Bau in Auftrag gegeben und die Fertigstellung auch erlebt.“

„Wer 1702 ins Melker Kloster eingetreten ist, hat zeitlebens auf einer Baustelle gelebt."Autorin Huberta Weigl 

Der Bau des Stifts barg für Prandtauer einige Herausforderungen: So ist das Kloster kein Neu-, sondern ein Umbau, und das Klosterleben musste trotz Bauarbeiten funktionieren. Außerdem machte Abt Berthold Dietmayr dem Baumeister laufend Vorgaben, weshalb sich seine Handschrift speziell in der Kirche nur bedingt zeigt. Hinzu kam auch noch eine Revolte.

„Wer 1702 ins Melker Kloster eingetreten ist, hat zeitlebens auf einer Baustelle gelebt. Den Patres hat das zunehmend nicht gefallen. Letztendlich kam es dann sogar zu einer Revolte gegen den Abt“, berichtet Weigl. Dieser sollte abgesetzt werden. „Das hat aber nicht geklappt“, erklärt die Autorin, die betont: „Solche Dinge werden in dem Buch thematisiert. Es interessiert mich nicht nur, wann welcher Trakt errichtet wurde, es geht mir ganz stark auch um alle Aspekte, bei denen es gemenschelt hat.“