Erstellt am 19. Mai 2017, 03:36

von Jutta Streimelweger und Denise Schweiger

Zu wenig Literatur in Deutsch. Die Klausuren der Reife- und Diplomprüfung sind vorbei, mit der NÖN ziehen die Direktoren Bilanz. Verbesserungsbedarf orten sie vor allem in Deutsch. Von Jutta Streimelweger

Elnur/Shutterstock.com  |  Elnur/Shutterstock.com

Zeit zum Durchatmen. Der schriftliche Teil der standardisierten Reife- und Diplomprüfungen ist gelaufen, jetzt heißt es auf die Ergebnisse warten.

Positiv gestimmt sind die Direktoren der AHS und BHS im Bezirk Melk. Schulzentrum-Ybbs-Direktor Rainer Graf rechnet mit einer guten Arbeitsleistung: „Die Stimmung war natürlich leicht angespannt, aber trotzdem sehr gut.“ Durch sechs Individualisierungsstunden pro Woche hatten die Schüler in Ybbs die Möglichkeit, sich gezielt auf die Reife- und Diplomprüfung vorzubereiten.

Als angespannt, aber ruhig, konzentriert und positiv beschreibt der Direktor des Melker Stiftsgymnasiums Anton Eder die Stimmung bei den Maturanten: „Ich rechne mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen. Selbstverständlich kann es aufgrund der Tagesverfassung auch zu Abweichungen von der Normalform kommen.“

„Ich würde mir wünschen, dass das Rechtschreiben wieder eine größere Rolle in der Beurteilung spielt.“ Gerhard Hackl, Direktor HLUW Yspertal

Auch in der HLUW Yspertal vertraut Direktor Gerhard Hackl auf das Können der Schüler: „Ich denke, dass die Ergebnisse ähnlich wie im letzten Jahr sein werden. Die Matura ist eine Hürde und sie sollte nicht zu einfach zu schaffen sein.“
War im Vorjahr bei vielen Schülern die Mathe matik-Prüfung gefürchtet, dürfte sie laut Direktoren heuer besser gelaufen sein. „Die Aufgabenstellungen wurden als fair empfunden“, berichtet Graf.

Wendelin Kalteis ist Schulsprecher vom Stiftsgymnasium Melk. Er selbst hat zwar noch ein Jahr bis zur Reife- und Diplomprüfung, aber bei seinen Kollegen der achten Stufe machte er sich schlau über die Herausforderungen bei der Zentralmatura. Auch die Schüler fanden Gefallen an der Aufgabenstellung in Mathematik:

„Da der erste Teil sich mit der Theorie befasste, konnten hier Schüler, die nicht so gut sind, Punkte sammeln.“ Als durchaus bewältigbar beschreibt Eder die Aufgaben: „Die Probleme im Vorjahr waren auch dadurch bedingt, dass in der AHS bei den Grundkompetenzen eine Mindestpunktezahl erreicht werden muss.“ Diese Hürde sollte seiner Meinung nach abgeschafft werden.

Auch in Deutsch orten die Direktoren Verbesserungsbedarf. „Ich würde mir wünschen, dass die Rechtschreibung wieder eine größere Rolle in der Beurteilung spielt“, kritisiert Hackl das Bewertungsschema. Eder sieht noch ein gravierenderes Problem: „Literatur wird nicht mehr vorausgesetzt. Die Kandidaten müssen lediglich Texte aus einem vorgegebenen Textsortenkanon verfassen.“