Erstellt am 19. Januar 2016, 08:56

von Michael Pfabigan

70-Jährige kam bei Brand in Mistelbach ums Leben. Tragischer Todesfall in den Morgenstunden des 19. Jänner: Bei einem Brand in einem Wohnhaus in der Kirchengasse starb eine bettlägerige Frau, vier weitere Personen wurden schwer verletzt.

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Großeinsatz für die Mistelbacher Feuerwehren in den Morgenstunden des 19. Jänner: Ein Brand in einer Wohnung eines Mehrparteienhauses in der  Mistelbacher forderte gegen 3 Uhr ein Todesopfer und vier teils Schwerverletzte. Eine bettlägerige 66-jährige Frau kam ums Leben, teilte die Polizei mit. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat eine Obduktion des Opfers angeordnet. Die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache dauerten an.

Das Feuer war im ersten Stock des Objektes in der Kirchengasse ausgebrochen. Laut Erich Rosenbaum vom Landeskriminalamt NÖ handelte es sich um die Wohnung eines älteren Ehepaares und dessen Sohnes.

Für die Frau (66) kam jede Hilfe zu spät. Sie wurde tot in ihrem Bett vorgefunden. Der Mann (70) und der Sohn (35) erlitten schwere Brandverletzungen, retteten sich jedoch selbst ins Freie. Sie wurden ebenso ins Landesklinikum Mistelbach eingeliefert wie zwei weitere Bewohner, ein 68-Jähriger und seine gleichaltrige Lebensgefährtin, bei denen Verdacht auf Rauchgasvergiftung bestand.

Zigarette könnte Brand ausgelöst haben

Rosenbaum zufolge könnte eine Zigarette den Brand ausgelöst haben. Diesbezügliche Ermittlungen waren noch im Gang, sagt die Polizei.
 
Bewohner seien teils schwer verletzt aus dem Objekt geflüchtet, berichtete die von mehreren anderen Feuerwehren unterstützte FF Mistelbach. Insgesamt 73 Mann waren zu den Löscharbeiten bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich ausgerückt. Aufgeboten wurde auch eine Drehleiter, mit der drei Menschen gerettet wurden. Um in die Wohnung vorzudringen, in der die Flammen ihren Ausgang genommen hatten, mussten die Helfer mit schwerem Atemschutz vorgehen. „Erleichtert wird uns unsere Arbeit durch sehr aufmerksame Anrainer, die uns umgehend mit  heißem Tee versorgen“, erzählt ein Feuerwehrmann, die Arbeiten dauerten bis 8 Uhr.

Was ist mit den Bewohnern des Wohnhauses? Nach dem nächtlichen Feuerwehreinsatz wurde es vorerst gesperrt: Die Brandwohnung ist komplett verwüstet, wie groß die Wasserschäden in den anderen Wohnungen ist, ist noch unklar. „Drei Parteien sind privat untergekommen“, weiß Vizebürgermeister Christian Balon, der sich als Eigentümervertreter, das Haus gehört der Gemeinde, selbst ein Bild am Ort des Brandes machte, für eine Familie organisierte er kurzfristig eine Wohnung im Personalwohnheim des Landesklinikums in der Rosegger-Straße: „Die standen seit drei auf der Straße und konnte nicht mehr in ihre Wohnung“, erzählt er.

Das Haus, in dem der Brand am Fuße des Kirchenberges ausbrach, ist das Geburtshaus von Dirigent und Komponisten Oswald Kabasta, einer  der großen Söhne der Stadt.