Erstellt am 23. Dezember 2015, 06:00

von Michael Pfabigan

Absage an das Wolkersdorfer Platzprojekt. 51,21 % der Wolkersdorfer stimmten gegen den Bau des Platzes der Generationen. Entscheidung bis Februar.

Die Umsetzung der Pläne für den Platz der Generationen hängen jetzt in der Luft: Die ÖVP scheint zwar weiterhin für den Bau zu sein, die Bürger haben sich allerdings mehrheitlich gegen das Projekt ausgesprochen.  |  NOEN, Foto: zVG

Die Mehrheit der Wolkersdorfer will den Platz der Generationen nicht. Das ist das Ergebnis der Volksbefragung zum umstrittenen Bauprojekt in der Withalmstraße im Bereich Gymnasium und neuem Landespflegeheim: 51,21 Prozent der knapp 3000 Stimmen wollen zirka 1,5 Mio. Euro teure (noch) nicht umgesetzt wissen.

Und dabei retteten die Ortsgemeinden der ÖVP und Bürgermeisterin Anna Steindl noch das Ergebnis: Denn ohne die Orte wäre das Befragungsergebnis noch eindeutiger: In der Stadt wollen 57,21 Prozent den Platz der Generationen nicht. Einziger Sprengel, der für die Umsetzung des Platzes ist: Jener, in dem der Platz der Generationen gebaut werden soll. Und das bei einer Wahlbeteiligung von 46,1 Prozent (Pfösing sogar 59,1 Prozent), mit der man das Ergebnis nicht einfach vom Tisch wischen kann.

Ergebnis wird nun analysiert

Was bedeutet das jetzt für das Projekt an sich? „Wir hätten uns schon gefreut, wenn die Bevölkerung deutlicher gezeigt hätte, dass sie hinter dem Projekt steht“, ist die Freude bei Platz der Generationen-Befürworterin Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) enden wollend: „Wir werden jetzt das Ergebnis analysieren.“

Denn im Prinzip würden Befürworter und Gegner nahezu gleichauf liegen. „Das Befragungsergebnis wird jetzt dem Gemeinderat in der nächsten Sitzung im Februar zur Kenntnis gebracht“, sagt Steindl. Bis dahin soll beraten werden, wie jetzt mit dem Platz der Generationen weiter verfahren werden soll.

Am Abend der Befragung wollte sie sich auf NÖN-Anfrage nicht festlegen, ob der Platz der Generationen wie geplant gebaut wird. Auch wenn dem Ergebnis der Befragung im Vorfeld keine Verbindlichkeit zuerkannt wurde, so beginnt jetzt zumindest das große Nachdenken in der ÖVP.

"Bürger haben ein Recht darauf zu
erfahren, wie es jetzt weiter geht!“

Was mit den Plänen geschehen soll, ist für Hannes Schwarzenberger (MIT:uns) nicht einmal eine rhetorische Frage: Für muss das Projekt jetzt aufgeschoben werden: Denn 57 % der Stadtbevölkerung hatten dem Platz der Generationen eine Abfuhr gegeben: „Dieses Ergebnis sollte die ÖVP so auch zur Kenntnis nehmen!“

Lange Warten wollen Bürgerliste MIT:uns und Grüne WUI (Wolkersdorfer Umweltinitiative) übrigens nicht: „Wir werden versuchen, das noch im Jänner im Gemeinderat zu diskutieren, die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es jetzt weiter geht!“, sagt Grüne-Chef Christian Schrefel.

"Die Menschen sind aufgewacht!"

Happy sind alle Seiten mit der für Bürgerbefragungen hohen Wahlbeteiligung: „Die Wolkersdorfer sind aufgewacht, sie wollen mitbestimmen“, sagt Hannes Schwarzenberger. Das Konzept des von oben herunterregierens funktioniere nicht mehr.

Aber wo liegen die Gründe für das Befragungsergebnis: War es nur das Projekt oder gibts andere Gründe?

Bürgermeisterin Anna Steindl glaubt bei der Information der Bürger über die Pros des Platzes nicht weit genug in die Haushalte gekommen zu sein. „Sobald sich Menschen mit dem Projekt auseinander gesetzt haben, waren sie eh dafür“, empfindet sie. Das habe man am der hohen Zustimmung in den Ortsgemeinden gesehen, in jeder war eine Infoveranstaltung abgehalten worden.

„Die haben einfach Projekte dort versprochen. Am Samstag war Riedenthal dran. Und da habt die Bürgermeisterin den Bau eines neuen FF-Hauses versprochen“, hält Schwarzenberger entgegen. Nur deshalb gebe es in Riedenthal die höchste Zustimmung zum Projekt im Hauptort.


Das Ergebnis:

Stadt Wolkersdorf: 679 Ja, 908 Nein
Münichsthal: 141 Ja, 140 Nein
Obersdorf: 424 Ja, 337 Nein
Riedenthal: 114 Ja, 68 Nein
Pfösing: 79 Ja, 55 Nein

Gesamt: 1.437 Ja (48,79%), 1.508 Nein (51,21 %)

Wahlbeteiligung: 46,1 % 

Die meisten Bürger gingen in Riedenthal (62,6%), die wenigsten im Sprengel Wolkersdorf I (33,1%)