Erstellt am 20. März 2016, 05:04

von Gerhard Brey

Alfred Komarek: „Polt ist ein Muss“. Bei einer Lesung des letzten Krimis im Umschaid-Keller überzeugt der Autor wieder mit treffsicheren Beschreibungen.

Friedl Umschaid lud den Schriftsteller und Literaten Alfred Komarek zur Lesung aus seinem neuesten Buch »Alt, aber Polt« in seinen Herrnbaumgartner Labyrinthkeller.  |  NOEN, Gerhard Brey

Friedl Umschaid hatte am Samstag Alfred Komarek eingeladen, aus seinem neusten Buch „Alt, aber Polt“ im Labyrinthkeller zu lesen. Komarek kam der Einladung gerne nach, auch weil die Kellergassen und die Kellergassenromantik in seinen Polt-Romanen ja eine wesentliche Rolle spielen.

In diesem definitiv letzten Polt-Buch wird wieder die Weinviertler Bevölkerung so atemberaubend gut beschrieben, dass schon aus diesem Grund das Buch mehr als lesenswert ist. Außerdem gibt es natürlich eine spannende Kriminalgeschichte, denn Simon Polt kann es offensichtlich nicht lassen, auch wenn sein „Gendarmsein“ schon 20 Jahre zurückliegt.

Er hat sich inzwischen im Weinbau engagiert, einen eigenen Keller samt Presshaus erworben, die örtliche Gemischtwarenhandlung, die er nun auch betreibt, samt Wohnhaus geerbt und er hilft beim Kirchenwirt, der zugesperrt hat, am Wochenende ehrenamtlich aus, denn ein Ort ohne Wirt, das geht gar nicht.

Komarek, und das ist das Besondere an seinen Geschichten, zeichnet Charaktere, die es tatsächlich so gibt, die uns im Weinviertel täglich über den Weg laufen und die allesamt die entspannte Gemütlichkeit und Langsamkeit präsentieren, auf die heute auch die Tourismuswerbung so setzt. Die Romantik der Kellergassen, ihre Ursprünglichkeit, die das Weinviertel im Begriff ist, langsam zu verlieren, spielen bei allen Polt-Romanen eine wichtige Rolle.

Insgesamt ist dieser letzte Polt ein Muss und jedem, der das Weinviertel und die Menschen, die dort leben, liebt, als Pflichtlektüre zu empfehlen.