Erstellt am 14. Februar 2016, 05:04

von Ingrid Fröschl-Wendt

Apokalypse bricht aus. „Pepik Knedlik Torture dreams“, so heißt Eberhart Petschinkas neues Hörspiel, das derzeit in Staatz vertont wird.

Hörspiel-Aufnahmen im Musikerheim Staatz: Autor Eberhart Petschinka, Komponist Daniel Muck, Michael Dorn, Franz Hiesberger, Aufnahmeleiter Josef Plott und Komponist Franz Kastner.  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

Im Probenraum des Staatzer Musikerheims bricht die Apokalypse aus, zumindest musikalisch.  Vier Musiker aus der Region vertonten nämlich das neueste Hörspiel von Eber-hart Petschinka „Pepik Knedlik Torture dreams“, welches von der Apokalypse, die in einem verschlafenen, mitteleuropäischen Dorf nach der Geldentwertung ausbricht, erzählt.

Der Autor mit tschechischen Wurzeln hatte ein Hörspiel für das Tschechische Radio geschrieben und brauchte die passende Musik dazu. „Der ORF hat es leider nicht genommen“, sagt Petschinka, „der lebt derzeit im Biedermeier und das Hörspiel ist recht schräg, fast im Stil von Quentin Tarantino.“ Helfen soll dabei die Musik, die Franz Kastner, der große alte Herr der Musik aus dem Pulkautal, gemeinsam mit dem Jungspund Daniel Muck geschrieben hat.

Bei den Aufnahmen, geleitet von Josef Plott, spielen noch zwei andere Musiker mit, die multi-instrumentalfähig sind: der Kapellmeister der Stadtkapelle Laa, Michael Dorn, und Franz Hiesberger, Chef der Laaer Big Band.

In der ländlichen Idylle – natürlich dargestellt mit klassischer Blechmusik – wird es wild, mit Drogen, Disco und Erotik. In der Musiksprache heißt das: Polka bis Techno.

Kastner, erfahrener Musiker und Komponist, wollte das nicht alleine durchziehen: „Es gibt ein paar Stellen in dem Hörspiel, die ziemlich verrückt sind, bei denen unbedingt ein jugendlicher Einfluss notwendig ist.“ Also holte er sich seinen jungen Kollegen Muck dazu, denn: „Vor allem die wilde Art der Musik, die kann ein Junger besser.“

Für die Chance ist ihm Muck sehr dankbar. „Wir haben uns sehr gut ergänzt. Jede Szene haben wir doppelt komponiert. So hat Autor Eberhart Petschinka mehr zur Auswahl und kann aus mehr abwechslungsreicher Hintergrundmusik auswählen.“

Viereinhalb Stunden wurde aufgenommen. Dabei bedienten die vier Musiker elf Instrumente – von Schlagzeug, Bass und Akkordeon bis Saxophon, Flügelhorn und Trompete. Bedingung war, das jeder Musiker mehrere Instrumente spielen kann, denn ein ganzes Orchester wäre nicht zu finanzieren gewesen. „Mit Franz und Michael war das extrem unkompliziert“, schwärmt Muck. „Wir brauchten nicht viel zu erklären, sie hatten sofort Verständnis für die Situation.“

Wenn Petschinka das Stück fertig geschnitten hat, wird es im Tschechischen Radio zu hören sein. Vom ORF gibt es noch keine Zusagen. „Für dieses Hörspiel ist der ORF nicht mutig genug“, sagt Petschinka.