Erstellt am 01. Oktober 2015, 05:02

von Ingrid Fröschl-Wendt

Filmhof spielt 2016 „Braunschlag“!. Lukas Resetarits beendete die Sommersaison am Filmhof Weinviertel. Intendant Michael Rosenberg ist zufrieden.

Mit dem Programm »Schmäh« von Lukas Resetarits schloss der Filmhof Weinviertel von Michael Rosenberg seine Pforten für diesen Sommer.  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

Nach einem Abend mit dem Grandseigneur des österreichischen Kabaretts, Lukas Resetarits, schloss der Filmhof Weinviertel für diesen Sommer seine Pforten. Vom „Schmäh“ erzählte Resetarits, und wer wäre mehr prädestiniert, vom wienerischsten aller Ausdrücke zu sprechen. Vom Entdecken des „Schmähs“ in seiner Kindheit, das ihn zu seinem Beruf gebracht hatte, bis zum Schmäh, der uns alle täglich umgibt und uns in seinen oft nicht so sympathischen Klauen hält, erzählte der geniale Darsteller mit ungeheurer Präsenz.

Nach dem vielbejubelten Abgang von Resetarits konnte Rosenberg schon auf einen erfolgreichen Sommer zurückblicken: Über die einzige negative Kritik an seinem Festival 2015 kann Michael Rosenberg nur schmunzeln: „Warum es im Stadl so heiß war.“ Der Rest ist einfach Strahlen.

„Es war ein Risiko, vom Musiktheater wieder 
zum Sprechtheater zurückzugehen. 
Aber es hat uns nicht geschadet!“
Michael Rosenberg, Intendant Filmhof Weinviertel

„Es war eine geile Saison,“ ist seine ultrakurze Bilanz und er gesteht, dass er sich über diesen Erfolg vor der Saison nicht sicher war: „Es war ein Risiko, vom Musiktheater wieder zum Sprechtheater zurückzugehen. Aber es hat uns nicht geschadet und alle Vorstellungen waren ausverkauft. Erstmals mussten wir sogar zwei Zusatzvorstellungen einschieben und auch die waren voll.“ „Bella Donna“ hatte die Besucher begeistert.

Auch die anderen Programmteile des Festivals hatten prächtig funktioniert. Über die Auslastung bei den Kabaretts macht er sich seit Jahren keine Sorgen mehr und sogar das Kino wurde heuer gut angenommen. Das lag möglicherweise an der neuen Technik, denn Rosenberg musste schweren Herzens seinen alten „35 mm Projektor“ ausmustern, weil die neuen Filme nur mehr auf DVD zu haben sind. Die neue Projektionsanlage bietet zwar nun ein besseres Bild, was auch das Publikum goutiert haben dürfte, aber für Rosenberg ist damit der Charme des guten, alten Kinos vorbei.

Erfolgs-TV-Serie wird in Asparn zu Theaterstück

Das gute Ergebnis im 12. Jahr, also eigentlich seine ganze bisherige Entwicklung, schätzt Rosenberg und dieses ist auch maßgeblich beteiligt an dem großen Vertrauen, das ihm derzeit die Verlage entgegenbringen. Denn den Zuschlag zur Theaterproduktion 2016 sieht er als kleine Sensation. David Schalko und dessen Verlag hatte ihm „Braunschlag“ anvertraut, denn selbstverständlich muss die skurrile Fernsehserie, die das Waldviertel und seine Bewohner durch den Kakao zieht, erst für die Bühne adaptiert werden.

Das wird Stefan Vögel für den Filmhof machen und Michael Rosenberg hat da ohnehin schon seine fixen Vorstellungen dazu.

Sicher ist auf jeden Fall, dass keiner der Darsteller des Films in Asparn auf der Bühne stehen wird. „Das Theaterstück wird etwas ganz Eigenes sein. Und es ist eine ganz besondere Herausforderung, die Geschichte, die sich ja über mehrere Folgen hinzieht, an einem Theaterabend zu zeigen. Natürlich können wir da nicht alle Handlungsstränge verfolgen.“

Und dann wird Michael Rosenberg ernst: „Natürlich ist das ein Risiko. Aber genau das liebe ich.“