Asparn an der Zaya

Erstellt am 19. Juli 2016, 12:44

von Ingrid Fröschl-Wendt

Braunschlag: Schräge Posse mit bösartigem Humor. Eine Provinzposse nennt es Regisseur Hakon Hirzenberger, sein „Braunschlag“ im Theaterstadl des Filmhofes Asparn.

Und das ist es in der Tat. Es beginnt schon mit dem Bühnenbild von Reinhard Taurer, das mit seinem gemalten Wolkenhintergrund und den echten Fichtenbäumchen an die Dorftheaterbühnen vergangener Jahrzehnte erinnert.

Auch die Ausgangslage ist echt Provinz, allerdings sehr heutig: Ein Dorf, weit weg von der Großstadt, oder zumindest von St. Pölten, kämpft ums Überleben.

Doch was darauf folgt, ist schräg statt idyllisch und der Humor bösartig, wie es uns David Schalko in seiner Fernsehserie bereits vorgeführt hat.

Doch Theater-Autor Stefan Vögel hat den Fernseh-Mehrteiler auf nicht mal zwei Stunden zusammengekürzt und das genügt, um das ganze Fiasko des Dorfes Braunschlag mitzukriegen.

Im Vordergrund agieren scharf gezeichnete Figuren, von Autor Vögel skizziert und von den Darstellern und dem Regisseur so plastisch herausgearbeitet, dass man ihnen mit schadenfrohem Vergnügen gerne durch die Geschichte folgt.

Dorfpolizisten erobern Herzen der Zuschauer

Die darf ja fast als bekannt vorausgesetzt werden: Bürgermeister (Manuel Witting) und Dorfwirt (Christian Strasser) wollen mit einem Wunder den Bankrott der Gemeinde Braunschlag aufhalten.

Dazu führen sie Dorfdepp Reinhard (Sven Sorring) eine Marienerscheinung vor. Doch nach dem Auftauchen des Gesandten aus dem Vatikan (David Wurawa) geht alles nur noch schief. Neben den zwei Frauen-Extremen Herta (Doris Hindinger) und Elfi (Angelika Niedetzky) sind vor allem die beiden Dorfpolizisten Gerti (Franziska Hetzel) und Hannes (Michael Rosenberg) ein Paar zum Niederknien.