Erstellt am 12. November 2015, 13:43

von Susanne Bauer und Michael Pfabigan

Augenzeugin in Stronsdorf wird gesucht. 2.000 Euro für Tipps zur Ergreifung des Täters. Stronsdorfer entlastet.

Im Oktober wurden auf einem abgeernteten Feld bei Stronsdorf 37 abgeschossene Rohrwaiden gefunden. Jetzt suchen Polizei, WWF und Landesjagdverband den Schützen der gesetzlich geschützten Tiere.  |  NOEN, Birdlife

Anfang Oktober wurden in einem abgeernteten Sojabohnen-Feld in Richtung Geiselbrecht 37 tote Rohrweihen (Greifvögel), die unterschiedliche Verwesungsstadien aufwiesen, von einem Hobbyvogelkundler gefunden. Sofort wurden Polizei, der Giftbeauftragte des Landesjagdverbandes sowie der örtliche Jagdleiter Gottfried Koller verständigt.

Der Giftbeauftragte nahm die Tiere mit den ebenfalls gefundenen Bleischroten zur Untersuchung ins Veterinäramt nach Wien mit. Dort wurde dann festgestellt, dass alle Tiere abgeschossen wurden. Daraufhin nahm das Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen auf. Im Zuge dessen fand sich ein Augenzeuge, der noch vor der Ernte in der Nähe des Feldes Personen mit Hunden und zwei großen Geländeautos neueren Baujahres am frühen Nachmittag beobachtet haben soll.

Für Koller ist es ein oberstes Anliegen, dass dieser Fall aufgeklärt wird, denn dieser Vorfall belastet ihn sehr. Doch nun kann er mit Sicherheit ausschließen, dass der Täter in der Stronsdorfer Bevölkerung zu finden ist. „Nach wie vor bin ich der Meinung, dass es niemand aus Stronsdorf oder gar aus der Jägerschaft war, denn das Landeskriminalamt hat eine Liste aller örtlichen Jäger mit deren zugelassenen Autos und deren Hunden erstellt.“

Täter soll nicht aus Stronsdorf kommen

Und: „Niemand in Stronsdorf besitzt so ein großes Geländeauto oder die von dem Augenzeugen angegebenen Hunde“, erzählt der langjährige Jagdleiter hörbar erleichtert. „Wir werden aber nach wie vor Augen und Ohren offenhalten sowie Kennzeichen von fremden Autos notieren, damit dieser brisante Fall möglichst bald aufgeklärt werden kann.“

Das hoffen auch WWF und Landesjagdverband: Sie haben nicht nur eine Prämie von 2.000 Euro auf die Ergreifung des Täters ausgesetzt, sie suchen auch eine mutmaßliche zweite Augenzeugin. WWF und Landesjagdverband vermuten, sie könnte eine Biologielehrerin gewesen sein: „Um die Beweisführung enger zu ziehen, wird die Augenzeugin aufgerufen, ihre Wahrnehmungen ebenfalls der Polizei bekannt zu geben!“, sagt Peter Lebersorger, Generalsekretär des Landesjagdverbandes.

Interessant für die Aufklärung des Vogelmordes sind Informationen zum Tathergang und Fahrzeugbeschreibungen.