Erstellt am 14. Oktober 2016, 05:00

von Gerhard Brey

160 km/h bis zur Grenze. Derzeit starten die Genehmigungsverfahren, ab 2021 soll die Bahnstrecke zwischen Wien und Bernhardsthal um 600 Mio. Euro ausgebaut werden.

Bevor die Nordbahn bis Bernhardsthal ausgebaut wird, machte sich Verkehrslandesrat Karl Wilfing vor Ort ein Bild. Ab 2021 soll die Strecke für Züge mit 160 km/h-Fahrgeschwindigkeit ausgebaut werden.  |  zVg

„Der Ausbau und die Attraktivierung der Nordbahn ist notwendig und ein weiterer, konsequenter Schritt für unsere Pendlerinnen und Pendler“, so Verkehrslandesrat Karl Wilfing, der diese Initiative ausdrücklich begrüßt.

Insgesamt werden rund 600 Millionen Euro vom Bund über den ÖBB-Rahmenplan investiert werden, um die Strecke zu modernisieren und damit zusätzlich auch für den internationalen Verkehr bis Prag attraktiver zu gestalten. Mit den Genehmigungsverfahren wird dieser Tage bereits begonnen. Die Bauarbeiten sollen dann ab 2021 starten und 2026 abgeschlossen sein. Geplant ist die Sanierung der Bahnhöfe, auch in Hinblick auf barrierefreie Stationen und einer Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit auf 160 km/h.

„Je eher eine Beschleunigung der Pendlerzüge auf der Nordbahn geschieht, desto besser ist das für die Pendler!“

Alfred Ertl, Bürgermeister von Bernhardsthal

Wilfing: „Durch den Ausbau der Strecke können wir dann die Fahrzeit für die Pendlerinnen und Pendler spürbar verkürzen und die Sicherheit wird durch den Einsatz des Zugsicherungssystems „ETCS“ erhöht werden.“

Wichtiger Bestandteil der Geschwindigkeitserhöhung wird auch die Reduktion von Eisenbahnkreuzungen beziehungsweise deren Umwandlung in Unter- bzw. Überführungen sein. An Bahnhöfen, die noch nicht barrierefrei sind, sollen Liftanlangen eingebaut und niveaufreie Bahnzugänge errichtet werden. Elektrifiziert wird auch die Verbindungsstrecke zwischen Gänserndorf und Marchegg. Für die Marchegger Ostbahn erfolgte erst kürzlich der Spatenstich für das zweigleisige Ausbauprogramm.

Pendler aus Bernhardsthal und Rabensburg profitieren

Im Bezirk Mistelbach werden die Pendler aus Bernhardsthal und Rabensburg davon profitieren. Bernhardsthals Bürgermeister Alfred Ertl: „Eine schneller Verbindung ist für jeden Pendler ein Gewinn. Je eher eine Beschleunigung der Pendlerzüge auf der Nordbahn geschieht, desto besser ist das für die Pendler.“

Die geplanten 160 km/h seinen für Pendler sinnvoll. Ein Vollausbau auf Höchstgeschwindigkeit wie auf der Westbahn (230 km/h) bringe den Pendlern aber wenig. „Die Stationen liegen an der Strecke recht knapp beisammen und sind bei Stopp und Go-Verkehr nicht zu erreichen. Internationale Züge gibt es wenige, dafür ziemlich viel Frachtverkehr und der ist auf 100 km/h beschränkt“, weiß Ertl von einer entsprechenden Info-Veranstaltung für die Bürgermeister.

"Häufung von Zugausfällen in letzter Zeit"

Ebenso erfreut ist Rabensburgs Bürgermeister Wolfram Erasim: „Natürlich hätten wir für unsere etwa 200 Pendler auch gerne schnellere Zugverbindungen. Das sollte aber vor allem bald geschehen. Der geplante Fertigstellungshorizont - 2026 - liegt leider noch in weiter Ferne.“

Allerdings sei es auch ein dringliches und aktuelles Anliegen, dass Zugsverspätungen, die sich derzeit recht oft ereignen, reduziert werden. „Es gibt in letzter Zeit auch eine Häufung von Zugausfällen, was ebenfalls für die Fahrgäste zu sehr unangenehmen Situationen führt“, weiß der Bürgermeister.