Erstellt am 22. Oktober 2016, 01:43

von Michaela Höberth

„Bad ist ein Ort der Kommunikation“. Obwohl es nicht so heiß war wie 2015, wurde in den Bädern des Bezirks fleißig geschwommen.

Der Sprung ins kühle Nass gehörte auch 2016 für viele zum Freizeitprogramm. Die Freibäder im Bezirk konnten eine durchschnittliche Saisonverzeichnen.  |  NOEN, Stadtgemeinde Mistelbach

Während draußen kühler Wind und herbstliches Wetter herrschen, denkt man nur allzu gerne an seine sommerlichen Besuche in den Freibädern des Bezirks zurück. Ob in Mistelbach, Kreuzstetten, Unterstinkenbrunn, Wolkersdorf, Rabensburg oder der Sommertherme in Laa - ein Besuch im Freibad gehört zu einem richtigen Sommer einfach dazu.

Zwar konnte sich die heurige Saison nicht mit den Hitzerekorden aus 2015 messen, zu klagen haben die Badbetreiber aber meist nur wenig. So konnte die Therma Laa ihre Eintritte von Juli bis August sogar noch um 13 Prozent steigern. „Wir sind sehr zufrieden“, heißt es seitens der Unternehmensleitung.

Der unumstrittene Vorteil dieser Destination: Den Gästen steht neben den Außenanlagen auch der Innenbereich zu Verfügung.

Nur wenige Kilometer entfernt kann man im Freibad Unterstinkenbrunn ins kühle Nass eintauchen: „Die Saison brachte eine normale Auslastung. Wir können uns als kleine Gemeinde nicht beschweren“, so Regina Hartmann von der Gemeinde. Exakt 3.132 Tageskarten wurden verkauft, besonders begehrt waren heuer die Saisonkarten.

„Wir haben 182 Saisontickets ausgegeben. Das ist super!“, freut sich Hartmann. Die Rabattaktion am Beginn der Sommermonate macht sich damit mehr als bezahlt. „Leider konnten wir nicht mehr verlängern, das ließ sich personell nicht umsetzen“, weiß Hartmann, dass die Bäder auch im September gut genutzt wurden.

„Die Geschehnisse am Beginn der Saison beeinflussen das Ergebnis. Viele Eltern wollten ihre Kinder nicht ins Bad lassen.“

Roswitha Lukes, Mistelbach

Profitiert hat von den warmen Herbsttagen hingegen das Freibad Rabensburg: Hier konnte die Saison bis Mitte September verlängert werden. „Es ist gut gelaufen“, zieht Bürgermeister Wolfram Erasim Bilanz. Daher will man auch im kommenden Jahr dem Konzept treu bleiben: „Neuerungen sind bei uns keine geplant.“

Ein großer Umbruch steht hingegen im Freibad Kreuzstetten bevor: Die Gemeinde sucht nach einem neuen Pächter. „Es ist nicht sicher, ob unser langjähriger Partner Martin Schöller weitermachen kann“, so Bürgermeister Adolf Viktorik. Bad und Kantine werden daher ausgeschrieben.

„Es ist ideal, wenn beides von einer Hand betreut wird. So bringt es dem Pächter auch finanziell mehr“, weiß Viktorik. Das Besondere an dem kleinen Freibad: Es ist für den Ort und die Umgebung ein Ort der Kommunikation. „Dadurch, dass Schöller auch die Kantine betreibt, bleiben die Leute gerne lange da. Da sitzen Jung und Alt zusammen“, schildert der Bürgermeister. Er ist sicher: „Wir sind ein Geheimtipp.“

In Wolkersdorf war die Badesaison heuer durchschnittlich: Rund 21.400 Gäste kamen, um hier den Sommer zu genießen. Im Vergleich: 2015 verzeichnete man 33.170 Besucher. „Am Anfang der Saison war der Besuch noch schwächer, baute sich aber aus“, resümiert Stadtamtsdirektor Franz Holzer. Neben den Badegästen aus der Saison nutzen auch die Wiener gerne das Angebot. „Leider war es für eine Verlängerung im September zu spät. Auch die Schlüssel waren bereits zurückgegeben worden“, bedauert Holzer.

Im Weinlandbad in Mistelbach stehen die endgültigen Zahlen noch aus. Was sich aber bereits jetzt sagen lässt, ist, dass die Ereignisse zu Beginn des Sommers erheblichen Einfluss auf das Ergebnis genommen haben. Eine 13-Jährige gab im Juni an, in der Umkleidekabine von Flüchtlingen missbraucht worden zu sein. Nach mehreren Befragungen gestand das Mädchen, die Geschichte erfunden zu haben. „Dennoch wollten viele Eltern ihre Kinder nicht mehr ins Freibad gehen lassen“, weiß Gemeinde-Mitarbeiterin Roswitha Lukes aus Gesprächen.