Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:02

von Michael Pfabigan

Wie einst in der Monarchie. Entgegen den Vorwürfen, sich nicht genügend für die Pendler einzusetzen, beteuert die Bürgermeisterin, alle Besprechungen besucht zu haben.

Die Opposition wirft der Gemeinde zu wenig Aktivitäten Richtung Verbesserung des Zugverkehrs vor. Die Verbindungen seien so langsam wie vor hundert Jahren. 1912 fuhr man zum Südbahnhof 1 Stunde 28 Minuten. Heute sind es 1 Stunde 36 Minuten.  |  NOEN, Wege aus Eisen, Edition Winkler-Hermaden

Die extreme Lage an der Peripherie des Landes Niederösterreich macht die Stadt Laa und ihre umgebende Region sehr empfindlich für funktionierende Verkehrsinfrastruktur.

Nur mehr ein schneller Zug in der Früh

Die Verschlechterungen im ÖBB Fahrplan riefen daher die Laaer Opposition ProLAA auf den Plan und sie kritisierte, dass es in der Früh statt bisher drei jetzt nur mehr einen schnellen Zug gäbe und die Fahrtzeit bis Wien Praterstern um bis zu 16 Minuten verlängerte wäre. In der Monarchie 1912 sei man schon schneller vom Südbahnhof nach Laa gefahren, rechnet ProLAA vor.

Einen Teil des Verschuldens träfe nach Ansicht der Opposition die Laaer Stadtregierung, da sie sich nicht genügend für die Pendler eingesetzt hätte. So hätte sie im Juni nicht am Fahrplan-Dialog teilgenommen, sondern sich erst auf Druck der Pendler eingesetzt. Die jetzt bei der Gemeinderatssitzung zu verabschiedende Resolution käme da viel zu spät.

Bürgermeisterin Brigitte Ribisch will diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen: Die Fertigstellung des Hauptbahnhofes in Wien habe die Änderungen der Taktzeiten hervorgerufen und die Stadtregierung Laa habe sofort versucht, darauf Einfluss zu nehmen.

Ribisch: "Bedenken der Pendler eingebracht"

„Die Stadt Laa war – entgegen bewusster Falschmeldungen von ProLAA – am 1. Juli beim Fahrplan-Dialog der Mobilitätszentrale Weinviertel mit dem im Gemeinderat beschlossenen Mobilitätsbeauftragten vertreten und hat bereits dort die Bedenken der Pendler eingebracht. Außerdem habe ich persönlich bei Verkehrslandesrat Wilfing die konkreten Sorgen der Pendler mit der Bitte um Unterstützung deponiert. Im September fand zusätzlich ein lokaler Fahrplanausschuss mit der ÖBB statt, bei dem ebenso die negativen Veränderungen sehr deutlich aufgezeigt wurden“, sagt die Bürgermeisterin.

Nur erreicht wurde bisher leider noch wenig: „Fakt ist, dass nach laufenden Gesprächen mit der ÖBB schriftlich bestätigt wird, dass bis 9 Uhr in der Früh alle neun Züge aus Laa des Fahrplanes 2015 auch im Fahrplan 2016 erhalten bleiben.

Es werden sogar die zusätzlichen Halte in Gerasdorf aufgrund der Anregungen zurückgenommen. Fakt ist aber auch, dass sich bei den meisten Frühzügen die Fahrzeit um 3 bis 14 Minuten verlängert bzw. sich die Abfahrtszeit verändert. Dies ist ärgerlich und dagegen werde ich mich einsetzen. Fakt ist auch, dass die Anliegen der Pendler seit vielen Jahren ein ernstes Anliegen der ÖVP sind und nicht erst seit einer Woche, wie bei ProLAA.“

Als nächsten notwendigen Schritt sieht Bürgermeisterin Brigitte Ribisch daher den Beschluss einer Resolution in der kommenden Gemeinderatssitzung. Sie soll die Position der Stadt Laa in dieser Angelegenheit offiziell festigen und für gute Zugverbindungen sorgen.