Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:03

von Gregor Kobelkoff und Michael Pfabigan

„Bestand modernisieren“. ecoplus-Aufsichtsrat Kurt Hackl erwartet sich keine Verkehrslawine durch Pillichsdorf. Geplante Volksbefragung soll ein „Musterstück für Demokratie“ werden.

Hier am Reuhof soll das bestehende Industriegebiet modernisiert und ausgebaut werden. Die Nähe zur Autobahn soll den Standort für das ganze Marchfeld attraktiv machen.  |  NOEN, Gregor Kobelkoff

Wenn die Pillichsdorfer eine Volksbefragung zum geplanten Industriegebiet am Reuhof haben wollen, dann sollen sie die auch bekommen, findet Kurt Hackl, Landtagsabgeordneter und ecoplus-Aufsichtsrat. In der Vorwoche übergaben Proponenten der Aktion im Gemeinderat knapp 400 Unterschriften für das Volksvotum.

Allerdings werde er Bürgermeister Franz Treipl (ÖVP) und dem Gemeinderat raten, dem Ergebnis der Volksbefragung auch einen verbindlichen Charakter zu verleihen. Und: Die Gemeinde solle, gemeinsam mit den Initiatoren der Befragung, eine Bürgerinfo mit allen Pros und Contras erarbeiten und auflegen: „Damit es ein Musterstück für Demokratie wird“, sagt Hackl.

Hackl: "Jahrhundertchance für Pillichsdorf"

Er hält aber auch nicht hinterm Berg, dass er das Projekt positiv sieht: „Es ist eine Jahrhundertchance für Pillichsdorf!“

Was ist geplant? Beim Reuhof, wenige Kilometer von der Autobahnabfahrt Seyring entfernt, soll das bereits bestehende Industriegebiet von 35 Hektar um 20 Hektar erweitert werden. Weitere 7,8 Hektar wären eine Option, wenn der Run auf Grundstücke dort groß ist.

Eine weitere Erweiterung ist wegen der Nähe zu Windkraftanlagen nicht mehr möglich. Das bisherige Industriegebiet hat kaum Infrastruktur, ecoplus würde es mit der Gemeinde aufschließen und einen modernen Wirtschaftspark mit Kanal und Strom schaffen. Investitionssumme: 12 Mio. Euro.

Allerdings, das ist die Auflage des Landes, müsste der neue Wirtschaftspark als interkommunaler Wirtschaftspark betrieben werden. Sprich: Es müssen andere Gemeinden ins Boot geholt werden, die Kommunalabgaben würden dann geteilt.

Informationen für Gemeinderäte im Jänner

„Pillichsdorf hat die Chance, weil das Marchfeld für ein Jahrzehnt als Wirtschaftsstandort blockiert ist“, weiß Hackl: Durch die Blockade beim geplanten Lobautunnel und den Verzögerungen bei der Marchfeldschnellstraße tut sich da in den nächsten Jahren nichts. Eine Alternative für Betriebe, die sich im Wiener Umland ansiedeln wollen, könnte Pillichsdorf sein.

Befürchtungen, dass der Verkehr dann durch den Ort fließen würde, hegt er nicht. Dank der nahen Schnellstraße S1 würden etwaige Mitarbeiter der Betriebe im Wirtschaftspark eher von dort kommen: „Wenn 30 Beschäftigte pro Tag mehr durch Pillichsdorf fahren, wird das für den Ort vertretbar sein“, sagt Hackl.

Im Jänner wird ecoplus die Gemeinderäte über die Details zum Projekt informieren, anschließend soll es, rechtzeitig vor der Befragung, auch Infos für die Gemeindebürger geben.