Erstellt am 24. Februar 2016, 05:04

von Gregor Kobelkoff

Betriebsansiedlungsgebiet am Reuhof: Knappes Nein. Ort entschied sich bei 82 % Wahlbeteiligung mehrheitlich gegen das Betriebsansiedlungsgebiet am Reuhof. Der Wählerwille könnte nicht weniger eindeutig sein.

Was liegt, das pickt: Die Pillichsdorfer sprachen sich in einer Volksbefragung denkbar knapp gegen ein Betriebsgebiet am autobahnnahen Reuhof aus. Der Gemeinderat wird sich an das Bürgervotum halten.  |  NOEN, Gregor Kobelkoff

Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 13 Stimmen wurde bei der Volksbefragung am Sonntag der Vorschlag, das Gebiet am Reuhof für einen Wirtschaftspark umzuwidmen, abgelehnt. Es war ein Thema, das die Gemeinde spaltete. Bei 82 Prozent Wahlbeteiligung entschieden sich 50,7 Prozent der Pillichsdorfer gegen das Projekt und stoppten damit die Pläne von Post und ecoplus.

Im Gegensatz zur Volksbefragung in der Nachbargemeinde Wolkersdorf war das Ergebnis schon im Vorfeld vom Gemeinderat als bindend anerkannt worden.

Was hat zu dieser Entscheidung geführt? Neben der eigentlichen Sachentscheidung hatte sicherlich auch der sehr hart geführte Wahlkampf der Gegner einen Effekt.

„Ich sehe das Ergebnis eher nüchtern, als Auftrag der Bevölkerung“, meint Otto Jarisch von der UI, die sich als einzige der im Gemeinderat vertretenen Parteien als Gegner des Wirtschaftsparkes positioniert hatte. „Ein großer Teil der Bevölkerung lehnt trotz der Werbung der Befürworter das Projekt ab.“

Auch Bürgermeister Franz Treipl sieht das Ergebnis eher pragmatisch. „Es ist knapp dagegen ausgegangen. Wir haben einen Gemeinderatsbeschluss.“

Initiative „Naturraum Reuhof“: "Sensationeller Erfolg"

Die Bürgerinitiative „Naturraum Reuhof“ wertet den Ausgang als „sensationellen Erfolg für die direkte Demokratie“. In einer Reaktion auf das Ergebnis erklärt die spontan gegründete und überparteiliche Initiative: „Die Zivilgesellschaft hat sich formiert und entschieden, dass der Reuhof als wichtiger Naturraum, als CO2-Speicher, als Naherholungsgebiet und als Rückzugsgebiet für Wildtiere erhalten bleiben soll.“

Landtagsabgeordneter Kurt Hackl (ÖVP), der mit der ecoplus den Park propagiert hatte, sieht das Ergebnis eher sportlich: „Es war knapp, aber es pickt. Das haben wir vorher ausgemacht. Man hat gemerkt, das Thema hat Pillichsdorf bewegt, es gab eine höhere Beteiligung als bei der Gemeinderatswahl. Pillichsdorf war bei der Post an erster Stelle gereiht, über mögliche andere Standorte habe ich keine Informationen. Wolkersdorf wird es jedenfalls nicht.“

Nach kurzem, heftigem Werben um die Stimmen der Pillichsdorfer scheint mit dem Ergebnis der Volksbefragung der Zeitpunkt gekommen zu sein, die Gräben, die in dieser Zeit aufgerissen wurden, wieder aufzufüllen. Sowohl Befürworter als auch Gegner haben mit harten Bandagen den Kampf um die Zukunft Pillichsdorfs geführt. Es bleibt abzuwarten, ob das Spuren hinterlassen wird.


Das Ergebnis

Wahlbeteiligung..................82 %

Stimmen Ja..........................444 (49,3 %)

Stimmen Nein.....................457 (50,7 %)