Mistelbach

Erstellt am 28. Januar 2018, 21:19

von Michael Pfabigan

Je ein Mandat für Schwarz und Blau. Manfred Schulz und Kurt Hackl matchen sich um ÖVP-Direktmandat, Michael Bernard (FPÖ) zieht in Landtag oder Bundesrat ein

Jubel bei der ÖVP: Das zweite Direktmandat ging haarknapp verloren.  |  Michael Pfabigan

Die große Frage im Bezirk Mistelbach lautet: Wer bekommt das Direktmandat: Denn, dass das zweite schwarze Mandat für den Bezirk verloren ist, ist  fix. So knapp, wie die ÖVP das zweite Mandat vor fünf Jahren gewonnen hatte, so knapp ging es diesmal verloren.

Nach dem vorläufigen Endergebnis am Sonntagabend verpassten die Schwarzen das zweite Mandat um 44 Stimmen. Ob Manfred Schulz oder Kurt Hackl in den Landtag einziehen wird, werden die Vorzugsstimmen entscheiden. Der Zweite muss auf ein Reststimmenmandat hoffen. Und: Fix ist, dass Michael Bernard, Blauer Spitzenkandidat und FPÖ-Bezirksobmann für die FPÖ in Landtag oder Bundesrat einziehen wird – in welches Gremium er entsandt wird, entschiedet die Partei am Montag.

„Wir haben das Ergebnis von 2013 halten können, wir sind ein Vorzeigebezirk in Niederösterreich“, freut sich Landesrat und Bezirksobmann Karl Wilfing: Vor allem entlang der Nordautobahn seien die Ergebnisse ausgezeichnet und Poysdorf, seine Heimatstadt, habe das beste Städteergebnis von ganz Niederösterreich.

Grundsätzlich zufrieden mit dem Ergebnis ist Melanie Erasim, Bezirksobfrau der SPÖ. Dass ein Mandat für Spitzenkandidat Christian Nikodym unerreichbar ist, war allen im Vorfeld klar, dass das Ergebnis von 2013 sanft ausgebaut werden konnte, erfreute, von einem 2er vor dem Ergebnis ist die Sozialdemokratie mit 19,56 Prozent aber noch etwas entfernt. 2013 hatten sie ihr historisch schlechtestes Ergebnis im Bezirk eingefahren.

„Erasim schafft es nicht, die SPÖ zu überzeugen“, ätzt ÖVP-Kontrahent Karl Wilfing. Zudem sei das Ergebnis in Rabensburg, der Heimat von Erasim, eine schallende Ohrfeige für sie und die Sozialdemokratie: In der roten Hochburg hatte die SPÖ 6,23 Prozent verloren, ÖVP (+ 3,94 Prozent) und FPÖ (+11,62 Prozent) dafür kräftig dazu gewonnen. „Wir sind immer noch deutlich stimmstärkste Partei“, sagt Erasim zum Rabensburger Ergebnis.

Mit dem Ergebnis zufrieden ist FPÖ-Bezirksobmann und Spitzenkandidat Michael Bernard:  „Wir sind im Weinviertel mit unserem Ergebnis klar die Nummer 1“, mit diesem Ergebnis könne er guten Gewissens den Bezirk mit einem Mandat vertreten. In welchem, das entscheidet die Partei am Montag.  Bernard folgt  damit Karl Schwab, der sein Landtagsmandat 2010 zurück gelegt hatte.

Wäre beim Ergebnis mehr  als nur 13,76 % und einem Plus von 5,96 % mehr drinnen gewesen? Immerhin Lag man bei der Nationalratswahl mit 26,6 % weit über dem Ergebnis vom Wochenende? „Wir wissen, dass man Nationalrat und Landtag nicht vergleichen kann“, sagt Bernard.

Erleichtert war nach der ersten Hochrechnung Christian Schrefel von den Grünen: „“Ich hatte ein schlechtes Gefühl!“ dass es sich trotzdem ausgegangen ist, erleichterte ihn enorm:  Bei -1,06 % im Bezirk kamen die Grünen mit einem blauen Auge davon: „Wir haben den Einbruch im 2017er-Jahr verdaut und können die Gemeindearbeit erhobenen Hauptes wieder aufnehmen.“

„NEOS sind in NÖ zum ersten Mal angetreten, um mehr Freiheit ins Land zu bringen und das ÖVP System aufzubrechen. Dass das auf Anhieb gelungen ist, freut uns natürlich sehr“, freut sich NEOS-Spitzenkandidatin Daniela Gschwindl.

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