Erstellt am 25. Januar 2018, 05:00

von Michael Pfabigan

Melanie Erasim: „Wenig lokales Geplänkel vor Wahl“ . Große Zuversicht bei allen wahlwerbenden Parteien eine Woche vor der Landtagswahl. Die Auseinandersetzung fand in Inseraten, nicht auf der Straße statt.

SPÖ-Chefin Melanie Erasim: Noch nie so wenig lokales Wahlgeplänkel.  |  zVg

Es war ein ruhiger Wahlkampf ohne großes Hickhack: Am 28. Jänner wird in Niederösterreich ein neuer Landtag gewählt, die fünf wahlwerbenden Parteien nutzen die letzten Tage vor dem Urnengang, um die letzten Anhänger zum Wählen zu bewegen und die letzten Unentschlossenen auf ihre Seite zu ziehen.

Karl Wilfing: "Intensiver, kurzer Wahlkampf"

„Es war ein intensiver, kurzer Wahlkampf, so wie es die Bevölkerung haben wollte“, sagt ÖVP-Bezirksobmann Karl Wilfing: „Wir waren rund um die Uhr unterwegs und haben enormen Zuspruch erhalten.“ Der Weg des Miteinanders sei auf große Zustimmung bei den Menschen gestoßen. Die Zufriedenheit der Niederösterreicher mit der Arbeit der Landesregierung mache die Wahlwerbung auch leicht, sagt Wilfing.

Der SPÖ sei es gelungen, mit den bunten Wahlplakaten Aufmerksamkeit zu generieren und ein wenig zu polarisieren, ist SPÖ-Bezirksvorsitzende Melanie Erasim überzeugt: „Und das schadet ja auch nicht unbedingt.“ Im Gespräch hätten die roten Funktionäre die Philosophie des Spaßes an der Sache und trotzdem ernsthafte Politik zu betreiben unter die Leute bringen können.

Der Wahlkampf sei fair gewesen: „So, wie Wahlkämpfe halt sein sollen. So wenig Geplänkel auf lokaler Ebene hatten wir noch nie“, sagt Erasim. Etwas, das auch Wilfing bestätigt: „So wenig, wie bei diesem Wahlkampf haben wir noch nie andere Wahlwerbetrupps getroffen!“

„Wir sind gelaufen, wie bei jedem Wahlkampf“, sagt FPÖ-Bezirksobmann Michael Bernard. Der Wahlkampf sei grundsätzlich fair gewesen, einzige Ausnahme sie der Angriff auf ein blaues Hohlkammerplakat in Falkenstein gewesen, bei dem die Täterin, die das Plakat vor den Augen der FPÖ-Funktionäre zerstört hatte, angezeigt wurde: „Wir Freiheitlichen halten uns daran: Wir greifen kein fremdes Eigentum an und wollen, dass das auch umgekehrt so ist.“

Alle attestieren einen fairen Wahlkampf

Dass der Wahlkampf bisher fair abgelaufen ist, bestätigt auch Grüne-Sprecher Christian Schrefel. Offen bleibt, ob sich der Einsatz auch auszahlt und die Grünen in den Landtag einziehen werden – Umfragen stützen derzeit diese Annahme. „Mich reden viele Leute an und sagen: Dieses Mal wähle ich wieder Grün, weil sie mit dem Ergebnis der Nationalratswahl nicht zufrieden sind“, weiß Schrefel.

ÖVP-Chef Karl Wilfing: Haben kaum andere Wahltrupps getroffen.  |  zVg

Fairer Wahlkampf? „Im Großen und Ganzen ja, auch wenn es von den Grünen in unsere Richtung immer wieder falsche Unterstellungen gegeben hat“, sagt NEOS-Sprecherin Daniela Gschwindl: „Wir NEOS lassen uns auf solche Dinge jedoch nicht ein und bleiben bei sauberen Wahlkämpfen.“

Wie wird die Wahl ausgehen? Wilfing will sich auf keine Prognose einlassen: „Aber alles über 45 Prozent ist ein Riesenerfolg.“

„Ob wir 15 oder 17 Prozent im Bezirk holen, ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir die ÖVP-Mehrheit im Land brechen“, sagt FPÖ-Bernard hinsichtlich des Wahlzieles. Die blauen Funktionäre seien jeden Tag draußen beim Bürger, das sollte schon für eine Verdopplung des Wahlergebnisses reichen.

„Die Menschen sehen, dass wir im Bund gute Arbeit leisten und wünschen sich NEOS auch im Landtag. Wir werden am 28.1. ein gutes Ergebnis einfahren, davon bin ich überzeugt“, ist Daniela Gschwindl zuversichtlich.

Die SPÖ werde dazugewinnen, die ÖVP verlieren, die Blauen werden die Stimmen des nicht mehr kandidierenden Teams Stronach aufsaugen und für die Grünen wird es knapp werden, glaubt SPÖ-Chefin Melanie Erasim. Wie es dann wirklich wird, sehen sie dann am sonntäglichen Wahlabend, wenn die ersten Ergebnisse in den Mistelbacher Bezirksbüros eintrudeln werden.tzt.