Erstellt am 01. Dezember 2016, 05:33

von Benjamin Schlöglhofer

Randale online und auch offline. Auf Facebook und auf den Plakaten herrscht der raueste Ton - links und rechts der politischen Mitte.

Endspurt im Wahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten. Mit letzten Aktionen wollen Grüne und FPÖ noch einmal ihre Standpunkte vermitteln. Auch um das Thema Wahlhelfer wird weiterhin gestritten. Für Aufregung sorgten Vandalismus und die Diskussionskultur auf der Social-Media-Plattform Facebook.

Christian Schrefel, Bezirkspressesprecher Grüne: „Ich jammere nicht. Das ist Wahlkampf.“  |  NOEN, zVg

„Wir sind gut unterwegs“, erzählt FPÖ Bezirkschef Michael Bernard. Von Jugendlichen bis Senioren - bei den Freiheitlichen sind alle draußen auf den Straßen. Punschstände und Hausbesuche werden ihre letzten Aktionen vor der Wahl sein. Die Grünen wollen die Wähler mit Infoständen und einem letzten Flyer, der an alle Bürger versendet wird, erreichen. Von ihnen gab´s Wahlveranstaltungen an Bahnhöfen. Bezirkssprecher der Grünen, Christian Schrefel: „Wir sind auch sehr aktiv auf Facebook.“

„Ich bin gespannt, ob die FPÖ-Mandatare als Wahlbeisitzer bei der Bundespräsidentenwahl erscheinen!“

Karl Wilfing, Bezirksobmann der ÖVP

So ruhig die heiße Phase dieses Wahldurchgangs abläuft, auf Facebook herrscht teils ein sehr rauer Ton. Immer wieder wurden Lügen, Beleidigungen und Drohungen verbreitet. Karl Wilfing, Bezirksobmann der ÖVP dazu: „Das kommt auf linker und rechter Seite vor.“ Er hätte gerne, dass Facebook mehr Verantwortung in dieser Hinsicht übernimmt. Auch viele Falschmeldungen kursieren online. Vor allem den Freiheitlichen wird immer wieder vorgeworfen, diese bewusst zu veröffentlichen.

APA/NÖN Bischof

Daniela Gschwindl, Koordinatorin der NEOS im Bezirk lehnt so etwas strikt ab: „Es werden die Meinungen der Menschen manipuliert.“ Die Bezirkschefin der SPÖ, Melanie Erasim: „Die FPÖ beherrscht die neuen Medien.“ Sie findet es schade, dass Facebook und Co missbraucht werden, um Angst zu schüren. Bernard (FPÖ) sieht Vor- und Nachteile: „Ein bestimmtes Niveau sollte gehalten werden. Aber man kann einseitig berichtende Medien umgehen.“ Schrefel (Grüne): „Ich halte die Leute für kritisch genug, um Falschmeldungen zu erkennen.“

Diskussionen auch um die Wahlbeisitzer

Auch Vandalismus war allgegenwärtig. Plakate wurden zerrissen und beschmiert. Am Mistelbacher Hauptplatz wurde etwa auf einem Plakatständer das Gesicht von Van der Bellen mit einem dezenten Hitlerbart verschandelt und auf der Freilandstraße zwischen Mistelbach und der Nordautobahn wurde ein FPÖ-Plakat mit dem Schriftzug „Türkei 200m“ überschrieben. Bernard: „Niemand hat etwas anzuschmieren. Das gehört zum Anstand.“ Wilfing ruft zur Achtung der Mitbewerber auf: „Demokratie lebt von verschiedenen Meinungen!“ Schrefel: „Ich jammere nicht. Das ist Wahlkampf.“

Michael Bernard, FPÖ-Bezirksobmann: „Ich kann nicht alle im Bezirk kontrollieren.“  |  zVg

Diskussionen gab es auch rund um die Wahlbeisitzer. Anfangs war nicht sicher, ob genug mithelfen würden. Einerseits weil ÖVP und SPÖ keinen Kandidaten im Rennen haben und sich deshalb die Motivation der Funktionäre in Grenzen hielt. Aber auch weil viele angemeldete Freiheitliche Beisitzer schon zum letzen Wahldurchgang nicht erschienen sein sollen. Wilfing: „Ich bin gespannt, ob die FPÖ-Mandatare erscheinen. Oder ob sie wie immer durch ihre Abwesenheit glänzen.“ Bernard: „Ich kann nicht alle im Bezirk kontrollieren. Aber es sind alle ausdrücklich angehalten hinzugehen.“