Erstellt am 20. Mai 2016, 09:26

Biertradition in der 6. Generation. Hubertus Bräu ist eine der wenigen niederösterreichischen Privatbrauereien und setzt stark auf Innovation.

Hermann Kühtreiber in der Laaer Brauerei vor einem seiner typischen Lkws mit dem bekannten Hirsch-Logo.  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

Entgeltliche Kooperation: Die WKO NÖ und die NÖN präsentieren die Familienunternehmen Niederösterreichs.

„Wir brauen Bier seit 1454“: In weißer Schrift auf dunkelgrünem Grund steht es in Laa an vielen Ecken zu lesen. Darüber den weißen Hirsch mit einem Kreuz zwischen den Geweihstangen. Beinahe jeder Biertrinker – auch außerhalb von Laa – verbindet damit sofort ein geschmackliches Erlebnis.

Denn das Laaer Hubertusbräu, eine der wenigen Niederösterreichischen Privatbrauereien, ist im Weinviertel ein Begriff. Eigentlich kein Wunder, hatte die Familie Kühtreiber doch seit sechs Generationen Zeit, sich bemerkbar zu machen.

Die oben erwähnte Zahl 1454 ist daher auch ein wenig geschummelt. In diesem Jahr erhielt die Stadt Laa das Recht, Bier zu brauen. Es wurde ihm vom damaligen Herrscher Ladislaus Posthumus, Herzog von Österreich, verliehen. Ein Privileg, das der Stadt Wohlstand sichern sollte. Gebraut wurde stets von verschiedenen Pächtern. Bis in das Jahr 1847.

x  |  NOEN, zVg

Als sich in diesem Jahr kein Pächter mehr finden wollte, kaufte der damalige Bürgermeister der Stadt, Anton Kühtreiber, das Braurecht und seit damals ist es in Familienbesitz geblieben.

Aktuell führt das Braurecht Hermann Kühtreiber in der sechsten Generation, der zugleich auch Braumeister ist. Das heißt, er bestimmt nicht nur die wirtschaftlichen Geschicke, sondern er versteht auch etwas vom Brauvorgang selbst.

Auch wenn er es gern macht, sein Beruf ist für ihn eine ständige Herausforderung und als Privatbrauerei hat er mit allerhand wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Widrigkeiten zu kämpfen. So setzen ihm das Herabsenken von Promillegrenzen ebenso zu wie Preiskämpfe großer Bierkonzerne und vor allem das Wirtshaussterben.

"Ist noch immer nicht Schluss"

Um nicht stehen zu bleiben, hat sich Hermann Kühtreiber darum vorgenommen, jedes Jahr eine Neuerung auf den Markt zu bringen. „Nach Investitionen von 900.000 Euro in den letzten vier Jahren ist noch immer nicht Schluss: Da der Export nach China stark angestiegen ist und noch weiter steigen könnte, werden derzeit Anlagen für 80.000 Euro angeschafft“, erzählt Kühtreiber.

Neben dem Bier bieten die Kühtreibers auch für Antialkoholiker Schmackhaftes. Denn aus dem 1894 gefundenen, artesischen Brunnen wird seit 1956 Mineralwasser abgefüllt, dem schon 1976 die Eignung als „Heil- und Mineralwasser“ zugesprochen wurde.

Schon für die Großelterngeneration war das Vitus Himbeerkracherl beim Dorfkirtag ein Höhepunkt. „Das Vitus in der umweltfreundlichen Glasflasche verkauft sich nach wie vor gut und hat immer noch seine Anhänger“, schmunzelt Kühtreiber.

 

Daten und Fakten

Unternehmen besteht seit 1454, seit 1847 im Familienbesitz der Kühtreibers.
Unternehmensgegenstand: Herstellung und Vertrieb von Hubertus-Bier, Vitus-Limonaden und Vitus-Mineralwasser.
Mitarbeiter: 50

Adressse & Kontakt:
Hubertus Bräu
Johann Kühtreiber OG
Hubertusgasse 1
2136 Laa an der Thaya
02522/2246
E-Mail: office@hubertus.at
www.hubertus.at
 

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