Erstellt am 08. Januar 2016, 05:03

von Gregor Kobelkoff

Bürgermeister Treipl: „Wir brauchen die SUP“. Bürgermeister Franz Treipl (ÖVP) ortet bei der Unterschriftenaktion keine Kritik am Projekt an sich, sondern an der Informationspolitik der Gemeinde.

ecoplus will das brachliegende Industriegebiet am Reuhof vergrößern und wiederbeleben, ein Drittel der Pillichsdorfer will dazu eine Volksbefragung.  |  NOEN, Gregor Kobelkoff

Rund ein Drittel der Pillichsdorfer unterschrieb kurz vor Weihnachten einen Initiativantrag, der eine Volksbefragung über die Erweiterung des brachliegenden Industriegebiets Reuhof verlangt.

Die Pläne dazu waren weniger als eine Woche zuvor erst publik geworden und schlugen nicht nur im Gemeinderat Wellen. Für die einen, besonders für die grüne Umweltinitiative UI, ist es ein ökologischer Unsinn, bei dem wenig zukunftssichere Arbeitsplätze zu hohem Preis geschaffen werden, für andere wie den Landtagsabgeordneten Kurt Hackl (ÖVP) ist es „eine Jahrhundertchance für Pillichsdorf“.

Treipl: "Noch nichts beschlossen"

Dazu nahm auch Bürgermeister Franz Treipl (ÖVP) in einer Aussendung Stellung. Denn beschlossen oder entschieden sei bis jetzt noch gar nichts, wie der Ortschef betont.

„Die Wirtschaftsagentur des Landes, ecoplus, ist an mich in meiner Funktion als Bürgermeister von Pillichsdorf herangetreten, um zu evaluieren, inwieweit ein Interesse der Gemeinde für ein derartiges Entwicklungsprojekt besteht“, erklärt Franz Treipl den Ablauf der bisherigen Verhandlungen.

Mit den Eigentümern sei natürlich gesprochen worden. Dass das Ganze nicht an die große Glocke gehängt wurde „ist ein ganz normaler und legitimer privatwirtschaftlicher Vorgang und kommt bei allen Grundstücksverhandlungen so zur Anwendung“.

Viel Kritik kam auch im Gemeinderat wegen des Dringlichkeitsantrages zur „Strategischen Umweltverträglichkeitsprüfung“. Über die Reaktion zeigt sich der Bürgermeister überrascht: „Wir brauchen die SUP als Diskussionsgrundlage. Damit ist doch noch gar nichts entschieden!“ Fakt ist, dass sich ecoplus erst einmal die Optionen gesichert hat.

Informationsveranstaltungen geplant

In der Sonderausgabe der Gemeindezeitung, die knapp vor Weihnachten abgeschickt wurde, werden auch die Informationen, die der Gemeinde bis jetzt vorliegen, an die Bevölkerung weitergegeben. Es ist aber schon jetzt abzusehen, dass die Unterschriften des Initiativantrages eher eine Aufforderung zu einer besseren Informationspolitik als eine Ablehnung der Entwicklungspläne darstellen.

Bleibt abzuwarten, ob die Feiertage zu einer Beruhigung der Gemüter geführt haben und die bisher sehr emotional geführte Diskussion damit wieder auf sachliche Schienen zurückgeführt wird. Pillichsdorf ist eigentlich bekannt dafür, persönliche Befindlichkeiten aus der Gemeindepolitik herauszuhalten.

„Wenn die berechtigten Bedenken der Pillichsdorfer in den Planungen berücksichtigt werden und die Strategische Umweltverträglichkeitsprüfung positiv ausfällt, sehe ich das Projekt als Gewinn für alle Pillichsdorfer“, ist Bürgermeister Treipl überzeugt. Informationsveranstaltungen zu dem Thema sind für Anfang 2016 geplant.