Asparn an der Zaya

Erstellt am 23. September 2016, 02:59

von Ingrid Fröschl-Wendt

Absurde Komik mit viel Tiefsinn. Michael Rosenberg brillierte mit seinem ersten Kabarettprogramm am Filmhof.

Michael Rosenberg nach der umjubelten Premiere von „Warum“ mit seinem Team: Co-Autor Hans-Peter Arzberger, Fritz Rainer (Musik), Sven Sorring (Regie) und Bernhard Fürnkranz (Licht),  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

„Warum? Weil es einfach so ist“, nennt Michael Rosenberg sein fast erstes Soloprogramm, das diese Woche am Filmhof Premiere hatte.

Das Warum begleitet uns unser Leben lang. Nach dem Kleinkind-„Warum“ nach dem Wesen der Welt kommt es spätestens in der Mitte des Lebens wieder und stellt das bisherige, eigene Wesen in Frage. Rosenberg war dem Anstoß zu dieser Frage im Zuge seiner oft einsamen Benefiz-Radtour nach Südspanien begegnet und er begann gedanklich sein Leben zu zerpflücken.

Seine Verbundenheit mit der Natur und die Zusammenarbeit mit „Brotlos“-Autor Hans-Peter Arzberger ließen ihn eine skurrile Geschichte erfinden, die sich trotz aller Verrücktheit tief philosophisch mit den Dingen und Werten des Lebens beschäftigt.

Wonach streben wir? Was ist wirklich wichtig? Wollen wir unsere Wünsche und Träume begraben oder nicht doch lieber unsere Ängste und Zweifel?

Vernünftige Ansätze, denken Sie? Stimmt. Aber um diese Gedankenreisen ein bisschen gegen den Strich zu bürsten, lässt Rosenberg nicht einen Menschen darüber nachsinnen, sondern einen wiedergeborenen Tannenbaum, der es einst als höchstes Ziel sah ein Weihnachtsbaum zu werden.

Michael Rosenberg überzeugte bei dieser sensiblen Gratwanderung durch große Freude am Spiel und Verstellen, in Szene gesetzt von Schauspielkollege Sven Sorring.

Der Text, der in freundschaftlicher Koproduktion mit Hans-Peter Arzberger entstand, macht zum einen tief betroffen, um gleich darauf in absurder Komik zu explodieren. Dazwischen zeichnen die Worte malerische Bilder und Landschaften in die Köpfe und auf die Bühne, auf der sonst nur eine große Holzkiste, Kerzen und eine Klobrille mitspielen.

Nach dem begeisterten Applaus zur Premiere des Stückes am Asparner Filmhof möchte Michael Rosenberg nun mit dem Stück auf Tournee gehen. Erste Termine in Wien werden derzeit schon vereinbart.