Erstellt am 09. April 2016, 08:05

von Michael Pfabigan

„Das Weinviertel muss sich nicht inszenieren!". Reisebloggerin Angelika Mandler-Saul über Trends, Defizite und Natürlichkeit des Weinviertels.

Die Kronberger Reisebloggerin Angelika Mandler-Saul berichtet auf wiederunterwegs.com vom Weinviertel und der Welt. Für die NÖN analysiert sie das Weinviertel.  |  NOEN, Angelika Mandler-Saul

„Das Weinviertel ist ein touristisches Gesamtkunstwerk“, postulierten die Weinviertel Touristiker beim Tourismustag in Staatz. Aber nur 50 Prozent der NÖN-Community auf mistelbach.NÖN.at sehen den Weinviertel-Tourismus im Aufwind.

Doch wie beurteilen das Menschen, die viel reisen und sich beruflich kritisch mit den touristischen Angeboten auseinandersetzen? Die NÖN sprach mit der Kronberger Reise-Bloggerin Angelika Mandler-Saul, die für ihren Blog wiederunterwegs.com das Weinviertel und die Welt besucht.

„Für mich ist das Weinviertel kein Kunstwerk - im Gegenteil“, gesteht die begeisterte Weinviertlerin: „Es ist eine touristische, aber auch naturbelassene Region, die mit Künstlichkeit oder gar „touristischem Gesamtkunstwerk“ so gar nichts zu tun hat!“ Das Weinviertel brauche sich nicht zu inszenieren: „Wenn man sich aber ganzjährig professionell touristisch verkaufen will, dann sehe ich - als Vielreisende - noch Luft nach oben!“, urteilt Mandler-Saul.

„Es kann während eines Ausflugs unglaublich
schwierig sein, ein akzeptables Wirtshaus oder
einen offenen Heurigen zu finden!“
Angelika Mandler-Saul

Bei allen Stärken der Region: Nachholbedarf sieht die Bloggerin, die einen Schwerpunkt auf Reisen der Ü40-Generation legt, bei simplen Dingen: „Es kann während eines Ausflugs unglaublich schwierig sein, ein akzeptables Wirtshaus oder einen offenen Heurigen zu finden. Das kann die Begeisterung einer Familie für einen neuerlichen Weinviertel-Ausflug schon sehr schnell deutlich mindern!“ Selbes gilt für das Angebot zwischen Allerheiligen und Ostern: „Wer da einen spontanen Ausflug mit der Familie ins Weinviertel macht, der muss schon vorab außerordentlich gut recherchiert haben!“ Denn die Angebote sind in dieser Zeit dünn.

Am weitesten touristisch entwickelt sieht Angelika Mandler-Saul die Regionen Mailberg/Pulkautal und das Retzerland, Maissau scheine heuer medial aufzuholen, ebenso engagiert sei das MAMUZ in Asparn und Mistelbach. „Die Projekte Genießer-Zimmer und das Tafeln im Weinviertel samt der Picknick-Version kommen bei Blogger-Berichten und Lesern gut an“, weiß die Kronbergerin von ihren deutschen Kollegen, die vielen Radwege durch das Viertel sind ein Atout.


Zur Person

x  |  NOEN, Oreste Schaller
Als Ü40 Reisebloggerin ist die Kronbergerin Angelika Mandler-Saul nicht nur in Österreich gerne „wiederunterwegs“. Auf ihrem Reiseblog WIEDERUNTERWEGS – Vom Weinviertel in die Welt – berichtet sie regelmäßig von ihren Reisen, Kurztrips und Erlebnissen aus dem In- und Ausland.

Die Schwerpunkte liegen dabei auf Natur & Naturerlebnis, Bewegung & Sport, Wohlbefinden & Gesundheit, Kultur und Kulinarik sowie Reisen mit Hund und Reisen für Ü40.