Erstellt am 03. Dezember 2015, 05:03

von Gerhard Brey

Die Asylbewerber leben sich gut ein. Um die Flüchtlinge in die österreichische Gesellschaft gut zu integrieren, gibt es nun Kurse zu "Alltagsthemen"

Bürgermeister Josef Tatzber lud letzten Montag zu einer ersten Zwischenbilanz ins Ernst Kellermann Musikerheim, um die Wilfersdorfer Bevölkerung über den momentanen Stand der Dinge zu informieren.

Tatzber: „Das Projekt im Wohnheim, das die Liechtensteinstiftung zur Verfügung stellt, läuft gut an. Herbert Holy (Atrium Hohenau), der das Projekt vor Ort im Wohnheim betreut, hat dem Wunsch der Asylwerber entsprechend von der anfangs vollen Verpflegung auf Eigenversorgung umgestellt.“

Seit Montag, 16. November, gehen die Flüchtlinge selbst einkaufen, wobei der Hofermarkt in Mistelbach gute, aber laut Etiketten schon abgelaufene, Lebensmittel preisgünstig zur Verfügung stellt. Der geschäftsführende Gemeinderat Johann Hager, der auch Vorsitzender der örtlichen Volkshilfe ist, organisiert den Transport der Lebensmittel dann in das Wohnheim der Flüchtlinge.

Kurse zu „Alltagsthemen“

Pfarrer Ernst Steindl berichtete über den Besuch der Flüchtlinge in der Pfarre und der Pfarrkirche sowie über das enorme Interesse, das dabei gezeigt wurde. Weiters gebühre ein besonderer Dank dem Dolmetscher Ali Mohamed.

Er ist in Österreich geboren, hat ägyptische Wurzeln und absolviert derzeit ein Studium an der Universität Wien. Mohamed ist als Betreuer der Flüchtlinge angestellt. Er war übrigens Profi-Fußballer bei Nottingham Forest in England, seine Kicker-Karriere musste er wegen einer Verletzung aufgeben. Das hat ihn wieder nach Österreich gebracht.

Umweltgemeinderat Josef Kohzina habe sich bereit erklärt, die Flüchtlinge sozusagen in unsere Lebensweise und unsere Lebensart einzuführen. Der „Kurs“ umfasst Verhaltensregeln im Alltag und auch im Verkehrsgeschehen, denn da sei vieles für die Menschen aus den Kriegsländern ungewohnt und fremd. Auch unsere „Benimmregeln“ sind anders, als die bei ihnen daheim.

Ebenso gibt es inzwischen weitere 20 ehrenamtliche Helfer, die neben dem regelmäßigen Deutschkurs mithelfen.