Erstellt am 01. Januar 2016, 05:03

von Michael Pfabigan

Die ersten Flüchtlinge sind in Schuster-Wirtshaus eingezogen. Vor Weihnachten bezogen die ersten 31 Personen ihr Quartier. Pfadfinder unterstützen Flüchtlingshilfe.

Großartige Unterstützung für die Flüchtlingshilfe Mistelbach: Die Pfadfinder spendeten den Erlös ihres Eintopfessens am Heiligen Abend, insgesamt 2.000 Euro. Im Bild: Judith Weißenböck, Kurt Rausch (Pfadfindergruppe Mistelbach) und Franz Schneider, im Hintergrund einige der fleißigen Helfer.  |  NOEN, Gabriela Fugger

Plötzlich waren sie da, Infos für die Gemeinde und die freiwilligen Helfer gab es im Vorfeld nicht: Vor Weihnachten zogen die ersten 31 Flüchtlinge in das ehemalige Schusterwirtshaus in Lanzendorf ein, weitere könnten schon bald folgen.

„Bei den Flüchtlingen handelt es sich ausschließlich um Familien“, bestätigt Herbert Holy, der das Flüchtlingsheim betreibt: „Wir haben Familien angefordert und auch bekommen!“ Zur Herkunft der Schutzsuchenden, die in Lanzendorf eine Unterkunft gefunden haben, kann er aus Datenschutzgründen keine Angaben machen.

Untergebracht sind die 31 Personen in den Fremdenzimmern im Schuster-Wirtshaus. Erst muss vom Land NÖ zusätzlicher Platz im ehemaligen Gastronomiebereich des Wirtshauses freigegeben werden. Eder rechnet damit, dass er die noch fehlende Genehmigung bis Silvester bekommt: „Baubewilligung und feuerpolizeiliche Bewilligung haben wir. Was fehlt, ist einfach nur der Stempel des Landes am Papier“, sagt Eder. Ist das geschehen, können bis zu 29 weitere Flüchtlinge nach Lanzendorf kommen.

Pfadfinder unterstützen die Flüchtlingshilfe

Unterstützt werden die Lanzendorfer Flüchtlinge, ebenso wie alle anderen im Gemeindegebiet von Mistelbach, von der Flüchtlingshilfe Mistelbach. Und die bekam zu Weihnachten Unterstützung von den Pfadfindern. Denn diese spendeten den Erlös ihres alljährlichen Eintopfessens am Heiligen Abend - insgesamt 2.000 Euro - für die Flüchtlingshilfe.

An die 1.000 Gäste kamen zum Benefizessen von Würstel und Eintopf ins Pfarrzentrum: Die unglaubliche Menge von 225 Kilo Gemüse, 25 Kilo Fleisch und 120 Paar Würstel mussten zubereitet werden, um den Hunger der Gäste zu stillen. Die fleißigen Pfadfinder erledigten diese eindrucksvolle Aufgabe mit Bravour. 25 Personen putzten und zerkleinerten bereits am Vorabend in nur drei Stunden Erdäpfel, Lauch, Karotten und Zwiebel.

Derzeit werden etwa 90 Flüchtlinge im Gebiet der Stadtgemeinde Mistelbach betreut. Nach Fertigstellung der Containersiedlung beim Spital soll bis Ende Jänner mit etwa 200 Personen die vom Bund vorgegebene Quote erfüllt sein.