Erstellt am 19. Mai 2016, 02:04

von Michael Pfabigan

Die Rituale und das Nitsch'sche Schaffen. Neue Ausstellung, neue CD: Der Aktionskünstler verrät seine Lieblingskomponisten und die Parallelen seiner Kunst zu Kult und Gesellschaft.

Hermann Nitsch präsentierte seine neue CD samt 80-seitigem Booklet: Aktionskünstler Hermann Nitsch. Auf der CD finden sich nicht nur Kompositionen von ihm, sondern auch Interviews und seine Lieblingswerke anderer Komponisten.  |  NOEN, Michael Pfabigan

"Ich habe mich in all meinen Werken mit dem Ritual beschäftigt. Hier wird versucht, das Ritual als Phänomen von Außen zu beschreiben!“ Aktionskünstler Hermann Nitsch ist sichtlich zufrieden, wenn er seine jüngste Ausstellung im Mistelbacher Nitsch Museum ansieht:

Bietet sie doch einen Überblick über die Rituale, die vor allem sein Orgien Mysterien Theater prägen. Und viele dieser Rituale haben ihre Entsprechung im alltäglichen Leben oder in kultischen Ritualen: „Jedes Ritual, das das Positive beschwört, wird hier gepflegt!“, sagt Nitsch.

Präsentiert wurde auch eine neue CD mit Werken von Nitsch und mit seinen Lieblingswerken von Wagner, Bach etc.

Denn auch da ist er, wie beim Malen oder beim OMT, Perfektionist: „Ich hab in alles hineingehört, das je komponiert wurde!“ Und warum fehlt dann der Jazz auf der CD? „Ich kenn? mich im Jazz nicht aus, da weiß ich mehr vom Rock“, gesteht der Aktionskünstler. Gretchenfrage: Beatles oder Rolling Stones? „Beides“, sagt Nitsch.

„Auch wenn fünf junge Mädels sich gegenübersitzen, nicht miteinander reden und in ihre Geräte tippen, ist das ein Ritual!“