Erstellt am 18. Februar 2016, 12:04

von Werner Kraus

Dinge in Flüchtlingsthematik klar ansprechen. Bei einer gemeinsamen Besprechung wurde auf aktuelle Themen eingegangen und die zukünftige Arbeit skizziert.

In einer gemeinsamen Besprechung aller Flüchtlingsaktivisten wurde die weitere Vorgangsweise und notwendiger Unterstützungsbedarf besprochen. Im Bild: Amanda Antrey, Johannes Rieder, Anna Russwurm, Günter Hons, Peter Pichler, Helmut Kraus - stehend, Ingrid Pichler, Franz Vinzens, Egon Englisch u. Renate Schodl - sitzend.  |  NOEN, Werner Kraus

Zur Besprechung von Menschen helfen Menschen und der Plattform Flüchtlingshilfe Poysdorf in Sachen Asylwerber hatten die Verantwortlichen Ingrid Pichler und Egon Englisch auch Anna Russwurm, die Flüchtlingsbetreuerin der Caritas, ins Rot-Kreuz Haus eingeladen.

Gemeinsam mit ihr wurden alle bisherigen Maßnahmen und Vorkommnisse erörtert. Mit dabei auch Helmut Kraus von der Polizei, der berichtete, dass vereinbart wurde, dass bei einem Rettungseinsatz automatisch auch die Polizei als Unterstützung in das Versorgungsquartier in der Brunngasse mitkommt.

Dies ist nicht, weil es sich hier um Gewalttätigkeiten handelt, sondern um die Arbeit der Rot Kreuzmitarbeiter in der Kommunikation zu unterstützen. „Oft geht es um die Mitnahme von verwendeten Medikamenten oder auch zum Beispiel um die Frage, wer von den Angehörigen mitfahren kann“, betonte Helmut Kraus.

"Viele Missstände und Übertreibungen aufgeklärt"

Anna Russwurm berichtete, dass Quartiergeber Franz Wölfl ab März zwei Monatskarten zur Verfügung stellen wird um die Mobilität der Asylwerber, gerade für Arzt- oder Amtswege, zu verbessern. Franz Vinzens von der Stadtgemeinde Poysdorf bestätigte, dass wieder ein Plan erstellt wurde, wer für jeweils eine Woche im Bauhof mitarbeiten kann. Der Asylwerber erhält eine kleine Entschädigung dafür. Die Auswahl wurde nach dem Engagement in den Deutschkursen vorgenommen und stellt so auch eine Belohnung dar.

Viel Engagement zeigen auch vier junge Mädchen, welche in einem Auswahlverfahren für eine Brückenklasse in Laa ausgewählt wurden, wo verstärkt Deutsch gelernt wird. Auch Direktorin Renate Schodl weiß von vielen positiven Beispielen, wie Schüler in der neuen NÖ Mittelschule integriert werden und durch ihr Engagement auch rasch Deutsch lernen.

„Es konnten in dem Gespräch mit der Flüchtlingsbetreuerin auch viele Missstände und Übertreibungen aufgeklärt werden“, betonte Egon Englisch. „Wichtig ist hier, Dinge klar anzusprechen und Missstände zu beseitigen, aber auch Verhetzungen klar entgegenzutreten“, hob Ingrid Pichler hervor.

All jene Asylwerber, die keinen Asylstatus erhalten, müssen innerhalb der nächsten sechs Wochen wieder zurück in ihre Heimat. Alle jene, die den Status erhalten, müssen innerhalb von vier Monaten vom Quartier ausziehen sowie eine Arbeit und eine Wohnung suchen.