Erstellt am 21. Juni 2016, 10:38

von Benjamin Schlöglhofer

Grenzübergreifende Großübung bei Nacht. Österreichische und Tschechische Rettungskräfte simulierten einen Einsatz, um gemeinsam zu trainieren.

Der Meisterbetrieb Raupold in Drasenhofen stellte sein Gelände für die Übung zur Verfügung. Das Trainingsszenario war eine Firmenfeier, bei der es zur Explosion kam.  |  NOEN, Benjamin Schlöglhofer

Dass Grenzen in Zeiten wie diesen auch abgebaut werden können, zeigte am Freitag den 17. Juni eine gemeinsam durchgeführte Großübung der Tschechischen und Österreichischen Rettung in Drasenhofen. Rund 100 Personen nahmen teil.

Anlass für die nächtliche Übung ist ein Kooperationsvertrag, der es den beiden Ländern ermöglichen soll in der Grenzregion des jeweils anderen Landes Einsätze zu fahren. Weiters sollte den NÖ Notarzthubschraubern die Möglichkeit geboten werden, bei Dunkelheit zu fliegen, denn ab Jänner 2017 sind sie auch nachts im Einsatz.

„Unfälle halten ja auch nicht an Grenzen“, erklärt Landesrettungskommandant Werner Kraut und meint weiter: „Der gemeinsame Einsatz mit den tschechischen Kollegen stellt einen weiteren Meilenstein in der grenzübergreifenden Kooperation dar“. Die tschechische Notärztin Jana Kubalova freut sich über die Zusammenarbeit: „Es kann bessere Hilfe garantiert werden“.

Um 22 Uhr beginnt die Übung. Auf dem Firmengelände des Kfz-Mechanikerbetriebs Raupold ereignet sich bei einer Firmenfeier mit 50 Gästen eine Explosion. Die Einsatzkräfte werden alarmiert. Verletzte strömen aus dem Gebäude. Feuerwehr und Rettung treffen ein und beginnen mit der Bergung. Ein Kind mit Kopfverletzung wird erstversorgt. Opfer werden nach Verletzungsgrad Anlaufpunkten zugeteilt und behandelt. Hubschrauber aus Tschechien und Österreich landen und nehmen sich der kritischsten Fälle an. Die Ersten werden abtransportiert, aber der Platz füllt sich stetig mit Fahrzeugen, Sanitätern und Verunfallten.„Renate?!“ ruft ein Mann auf der Suche nach seiner Freundin. Einige Stunden dauert der Großeinsatz. Die Notarzthubschrauber fliegen mehrere in Krankenhäuser.

Werner Kraut ist zufrieden: „Ich bin stolz, dass unsere freiwilligen Mitarbeiter, so ein anspruchsvolles Szenario bestens meistern konnten!“ Landeshauptmannstellvertreterin Johanna Mikl-Leitner sieht Niederösterreich als Vorreiter bei grenzübergreifender Kooperation und ist überzeugt: „Andere österreichische Bundesländer werden unserem Beispiel folgen!“