Erstellt am 17. September 2015, 09:43

von Werner Kraus

Hilfsbereitschaft ist groß. Durch die Zusammenarbeit der ganzen Gemeinde können die Flüchtlinge auf allen Ebenen nachhaltig unterstützt und gefördert werden.

Wo früher Zoll und Polizei zu Hause waren, haben Flüchtlingsfamilien mit Kleinkindern ein Zuhause gefunden.  |  NOEN, Werner KRAUS Poysdorf

Im Gebäude der früheren Grenzpolizei an der Grenze zu Tschechien haben 60 Personen - Familien aus Syrien, aus Russland, irakische Kurden, Somali und Afghanen - ein neues Zuhause gefunden“, berichtete Bürgermeister Reinhard Künzl bei einer Informationsveranstaltung für Gemeindebürger aus der Großgemeinde Drasenhofen.

„Als ich im Gemeinderat darüber berichtete, haben sich spontan die Gemeinderäte Horst Frank und Michael Tesch bereit erklärt, dies zu koordinieren“, freute sich das Gemeindeoberhaupt. Gemeinsam mit Thomas Nistler und Harald Wolf bilden sie den Kopf der Hilfsaktion. Vor allem soziale Medien, aber auch die Gemeindehomepage sollen dafür genutzt werden, um die Bürger zu informieren, was für die Asylwerber gebraucht wird.

„Man muss bedenken, dass die Flüchtlinge im
Sommer von zu Hause weggegangen sind und
jetzt im kühleren Herbst bei uns ankommen.“
Gemeinderat Horst Frank

Eine Sammelaktion in der Hauptschule wurde bereits organisiert. „Man muss bedenken, dass die Flüchtlinge im Sommer von zu Hause weggegangen sind und jetzt im kühleren Herbst bei uns ankommen“, betonte Frank.

Eifrige Helfer haben die zwei Klassen voller Hilfsgüter gut sortiert, sodass die Firma Taxi Schiefer Gruppen von rund zehn Personen zur Schule bringt, wo sie sich Bekleidung, Schuhe und auch Spielsachen für die Kinder aussuchen können. Hilfreich war auch Fritz Strebl, der auf seinem Feld an der Grenze Erdäpfel herausnahm. Als er fertig war, bot er den Asylwerbern an, sich selbst händisch die restlichen Kartoffeln herauszunehmen.

Nächster Schritt: Deutschkusrs

Bei der Gemeindeinformation war auch Christian Kogler, der Bürgermeister von Puchenstuben mit dabei. Er ist hauptberuflich in der Asylwerberbetreuung tätig. „Mit unserem Lager in der Schule nehmen wir auch den Druck von den Asylwerbern. Sie haben nicht sehr viel Lagerplatz und können so auch schwer Hilfsmittel lagern. Jetzt können sie sich holen, was sie brauchen“, betonte Frank, der mit den Betreuern vor Ort eng zusammenarbeitet.

Die Hilfsbereitschaft der Drasenhofner ist groß und als Nächstes wird über einen Deutschkurs gesprochen. Hauptschullehrerin Emma Eisinger hat dafür bereits erste Kontakte mit den Asylwerbern geknüpft. Auch das Kaufhaus Schiel hilft: die Flüchtlingsfamilien können sich am Donnerstag und Samstag um 11.30 Uhr das im Geschäft noch vorhandene Brot kostenlos abholen.