Erstellt am 20. Januar 2016, 05:03

von Michael Pfabigan

„Dreck wegräumen, wo keiner ist!“. Krankenhaus-Landesrat Karl Wilfing und die Landeskliniken-Holding schießen sich auf Alt-Obmann Weidlich sein.

Weiter Aufregung um Kritik am Landesklinikum: Jetzt versucht die Holding, Kritiker Weidlich die Kompetenz abzusprechen.  |  NOEN, Pfabigan

Fred Weidlich hat in seinem Leben so viel mit Müll zu tun gehabt, dass er auch dort Dreck wegräumt, wo keiner ist!“ Krankenhaus-Landesrat Karl Wilfing ließ beim Neujahrsempfang der Bezirks-ÖVP keinen Zweifel daran, was er von den Vorwürfen von Alt-Krankenhausobmann Alfred Weidlich, im LK Mistelbach gebe es zu wenig Personal, hält. Die NÖN berichtete.

Und während die Reaktionen der NÖN-Leser auf die Kritik Weidlichs durchwegs zustimmend waren, konterte die Landeskliniken-Holding umgehend: Seit der Übernahme des Krankenhauses durch das Land 2005 habe sich die Mitarbeiterzahl von 1.500 auf 1.688 Ende Dezember 2015 erhöht.

"Personelle Probleme nur bei Krankenständen"

Das seien 11 Prozent in zehn Jahren. Personelle Probleme gebe es nur bei Krankenständen, sagte Holding-Sprecher Bernhard Jany zur NÖN: „Die Kritik ist überhaupt nicht nachvollziehbar!“ Bei den Ärzten gebe es Probleme, offene Stellen aufgrund fehlender Mediziner zu besetzen. Stichwort Turnusärzte: Da gebe es am Landesklinikum Mistelbach Platz für 53 Bewerber, noch seien diese Stellen auch gut besetzt.

Allerdings wandelt sich die Ausbildung, künftig werde es nur mehr eine 9-monatige Basisausbildung statt des jetzt 36-monatigen Turnus geben. Kann es also passieren, dass aus Personalmangel Untersuchungen abgesagt werden müssen, wie es Weidlich selbst erlebt hatte und ebenfalls anprangerte?

„Diese Schluckechountersuchung konnte aufgrund vieler Krankenstände in der Inneren Medizin tageweise nicht durchgeführt werden“, sagt Bernhard Jany. Jetzt sei das wieder möglich, weil wieder ausreichend Ärzte im Dienst seien.

"In letzten Jahren hat sich viel geändert"

Kritisiert wurde von Weidlich auch, dass medizinische Gerätschaften – er unterstellte aus Einsparungsgründen – nicht mehr ersetzt würden. „Dabei dürfte es sich um ein Zahnpanorama-Röntgen handeln, das früher im LK Mistelbach verfügbar war“, bestätigt Jany. „Grundsätzlich ist dies eine Leistung des niedergelassenen Zahnarztes!“ Und das sei in einem Akutspital nicht vorzusehen, so die Vorgaben für die Landeskliniken.

„In den elf Jahren seit der Übernahme des Landesklinikums durch das Land hat sich viel geändert, auf das der Alt-Obmann keinen Einblick mehr hat – von gesetzlichen Vorschriften bis hin zum medizinischen Fortschritt“, bezweifelt man in der Holding allgemein die Kompetenzen des ehemaligen Obmannes des KH-Gemeindeverbandes, Alfred Weidlich.