Erstellt am 06. November 2015, 05:02

von Valerie Schmid

„Vertrauen ist die wichtigste Währung“. Auch diesmal wurde wieder über Glasfaser, Vertrauen in die Lokalität und das Vereinswesen diskutiert.

Im Bild: Richard Pouzar von der NÖ Breitbandkoordination, Maria Forstner vom Dorferneuerungsverein, Geschäftsführer noe regional Walter Kirchler, Landesrat Stephan Pernkopf, Doris Fried, Hannes Bauer, Marianne Radinger und Bereichsleiter »Service Freiwillige« Konrad Tiefenbacher.  |  NOEN, Valerie Schmid

„Gute Tage beginnen mit einem guten Frühstück.“ Unter diesem Motto ging das „Frühstück mit der Region“ im Gasthaus Fritsch in Eibesthal in die zweite Runde. Wie beim ersten Treffen der regionalen Vertreter und Bürgermeister wurden Themen, die für die Bevölkerung des Weinviertels relevant sind, besprochen. Dieses Mal ging es um Förderungen, Vereine, die Aufrechterhaltung vom guten Gemeinde-Bestehen, Energie- Management und auch die Glasfaser-Datenanbindung war ein heiß diskutiertes Thema.

Nach den Eingangsworten von Walter Kirchler, Geschäftsführer von noe regional, ergriff Landesrat Stephan Pernkopf das Wort, der seine Freude über den Standort der Veranstaltung ausdrückte: „Es ist sehr gut, dass dieses Frühstück in einem Wirtshaus stattfindet. Schließlich wollen wir nicht, dass die Wirte zusperren“, schmunzelte er. Um Regionen weiter zu beleben, brauche Ziele. „Wir sind gerade in einer schweren Zeit voller Vertrauensbrüche.“ 

Das Vertrauen in die hohe Politik schwinde, weswegen noch mehr auf das lokale Gemeindewesen geachtet werden müsse, da hier das Vertrauen noch vorhanden sei, so der Landesrat. „Also lasst uns die Identität der Gemeinden erhalten, denn nicht das Geld ist die wichtigste Währung, sondern das Vertrauen.“ Ergänzend dazu appellierte Pernkopf an „die Wachsamkeit innerhalb der Regionen“ und verglich diese mit einem Maßanzug.

„Es ist sehr gut, dass dieses Frühstück in 
einem Wirtshaus stattfindet. Schließlich 
wollen wir nicht, dass die Wirte zusperren.“
Landesrat Stephan Perkopf

Die Umwelt- und Energiethematik im Weinviertel wurde ebenfalls besprochen: „Durch die schon jetzt getroffenen umweltfreundlichen Energiemaßnahmen wie Windkraft, Photovoltaik oder eine gute Dämmung, könnten wir hier in ein paar Jahren die erste große Flächenregion in ganz Europa werden, die 100 Prozent ihres Strombedarfs aus erneuerbarer Energie deckt“, ist Pernkopf überzeugt. Jedoch müsse jede Region selbst entscheiden, welcher der richtige Weg für sie sei.

Anschließend betonten Maria Forstner, Dorf- und Stadterneuerung, und Hannes Bauer, Regionalverband, wie einzigartig das Verbandswesen im Weinviertel sei, da „kein anderes Bundesland so ein System hat wie wir“.

Konrad Tiefenbacher, Bereichsleiter „Service Freiwillige“ legte bei seinem Vortrag den Fokus ebenfalls auf Vereine und hob hervor, dass 47 Prozent der Niederösterreicher Vereinsmitglieder seien. Allerdings sind 53 Prozent über 60 Jahre, weswegen in Zukunft auch die Jüngeren integriert werden sollen.

Bei der Fragerunde wurde das Thema „Glasfaser Datenanbindung“ ausführlich diskutiert. Richard Pouzar, der in der NÖ Breitbandkoordination tätig ist, erklärte, dass ein „kleinräumiges Planen“ möglich sei, sprich: Solange etwa 200 Haushalte oder 40 Prozent von naheliegenden Haushalten Interesse an einem Datenanschluss hätten, wäre die wirtschaftliche Erschließung gegeben.

Weiters gab es Wortmeldungen über konkrete Bausituationen. Nach einem Vormittag voller Auskünfte ist der Informationsdrang vermutlich erst einmal bis zum nächsten „Frühstück mit der Region“ im Frühjahr 2016 gesättigt.